Klötze l Am 20. Oktober 2012 stieß Jürgen Lemke bei der Pilzsuche im Klötzer Forst zufällig auf ein sonderbares Objekt. Der erfahrene Sammler erkannte, dass es sich bei seinem Fund um etwas Außergewöhnliches handelt: eine sogenannte Achat-Brekzie, ein Sedimentgestein aus durch Bindemittel verkittete Gesteins­trümmer. Der Halbedelstein ragte lediglich in einer Länge von 15 Zentimetern und einer Breite von acht Zentimetern aus dem Boden. Das gesamte Ausmaß des Klumpens wurde erst einige Monate später bei der komplizierten Bergung sichtbar, die mithilfe der Stadtwirtschaft vonstatten ging. Zutage trat ein 400 Kilo schwerer Koloss, 75 Zentimeter hoch, und 94 Zentimeter breit, der sich als Gruß aus der Eiszeit entpuppte. Lemke recherchierte, dass der Fels damals vom baltischen Skandinavien in die Altmark „gewandert“ sein muss.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Brekzie einen neuen, exponierten Standort erhalten soll. Man entschied sich für den Adolph-Frank-Platz in Klötze, wo extra ein schönes Fleckchen mit Umrandung und Sockel vorbereitet wurde. Die Einweihung fand am 12. Juni 2015 statt.

Stolz auf den seltenen Koloss

Mittlerweile hat die Brekzie auch außerhalb von Klötze das Interesse geweckt. 2018 bekam Jürgen Lemke nämlich Besuch von zwei hochrangigen Mitarbeitern des Landesamtes für Geologie und Bergwesen. „Die haben den Achat von allen Seiten fotografiert und wollen ihn weiter untersuchen“, berichtete Lemke im Gespräch mit der Volksstimme. So solle die genaue mineralische Zusammensetzung geklärt werden, die Herkunft und das Alter. Bestätigt habe man ihm bereits, dass der Stein etwas ganz Besonderes sei. „Die haben gesagt, dass Klötze stolz darauf sein darf“, freut sich Lemke. Außerdem sei angekündigt worden, dass die Brekzie in ein Kataster mit den 700 besten und rarsten geologischen Objekten aufgenommen und demnächst auch im Internet veröffentlicht werden solle. Lemke ist darüber sehr glücklich und hofft, dass am Adolph-Frank-Platz nun eine weitere Info-Tafel aufgestellt werden kann.