Klötze l Seit dem 11. Mai ist das generelle Besuchsverbot in Heimen aufgehoben. „Darüber sind wir sehr froh“, bestätigt Antje Berlin, Leiterin der Residenz Valenta in Klötze. Endlich dürfen die Bewohner wieder Besuch empfangen. Zwar nur für eine Stunde, aber immerhin. „Für die Bewohner und Angehörigen ist das eine große Erleichterung“, weiß Antje Berlin. „Das trägt natürlich sehr zum Wohlbefinden bei.“

Glücklich ist die Residenzleiterin aber auch darüber, dass die Zeit ohne Besuche von allen Seiten mit „viel Verständnis“ durchgestanden wurde. Wobei: Ganz auf Kontakte mussten die Bewohner nicht verzichten. Beispielsweise wurden Begegnungen am Gartenzaun ermöglicht. Und natürlich konnten auch weiterhin Briefe abgegeben werden.

Besuche sind zwar wieder erlaubt, es gelten aber Auflagen. Dazu gehört, dass zwischen Bewohnern und Besuchern ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist. Um die Abstands- und Hygieneregeln umsetzen zu können, hat sich die Residenz Valenta für die Anfangszeit ein Konzept ausgedacht.

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Mitbringen von Essen und Trinken verboten

Demnach ist der Besuch vorher telefonisch anzumelden. Es gibt feste Besuchszeiten: montags bis freitags zwischen 9 und 11 Uhr oder nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr. Daran halten sich übrigens auch die Dienstleister wie Frisör, Fußpfleger oder Physiotherapeut. An Wochenenden und Feiertagen sind keine Besuche möglich. Das hängt damit zusammen, weil sich die Verwaltung um die Besucher kümmert, aber an Wochenenden und Feiertagen frei hat. Durch den Einsatz der Verwaltung soll das restliche Personal entlastet werden, informiert Antje Berlin. Um den Überblick zu behalten, wird die Zahl der Besucher auf 20 begrenzt, zehn am Vor- und zehn am Nachmittag. Der Besucher muss sich in eine Liste eintragen, während des Aufenthaltes einen Mundschutz tragen, der von der Einrichtung gestellt wird, und sich die Hände desinfizieren.

Die Besucher werden zum Bewohner geleitet und anschließend auch wieder zum Ausgang gebracht. Das Mitbringen von Speisen und Getränken ist nicht erlaubt, „um zu verhindern, dass was angereicht wird“, wie die Residenzleiterin erklärt. „Es darf kein körperlicher Kontakt stattfinden.“ Aus diesem Grund bleiben die Türen während des Besuches einen Spalt geöffnet, „damit wir einen Blick hineinwerfen und kontrollieren können, ob die Regeln befolgt werden“. Die Privatsphäre bleibt dennoch gewahrt.

Masken und Desinfektion für Angehörige

„Für jeden Besucher einen Mitarbeiter abzustellen, ist nicht ohne, muss aber sein“, betont Antje Berlin. Sie hofft darauf, dass die „schwierige Situation“ nur von kurzer Dauer sein wird.

Die vom Land Sachsen-Anhalt erlassenen Lockerungen gelten freilich auch für den Seniorenwohnpark in Klötze. Dort müssen sich die Besucher ebenfalls an Regeln halten. Beispielsweise sind die konkreten Besuchszeiten vorher zu vereinbaren. „Wer Krankheitssymptome wie Husten, Schnupfen, Fieber hat, darf unsere Einrichtung nicht besuchen“, erläutert Einrichtungsleiterin Mandy Chartron. Sie kündigt an, die Angehörigen per Brief über die Details der Besuchsregeln und Hygienevorschriften zu informieren.

Bei der Prävention werden die Angehörigen mit einer kostenlosen „Gesundheitsbeihilfe“ unterstützt. Diese enthält zwei wiederverwertbare FFP2-Masken für den eigenen Schutz, 15 Einweg-Schutzmasken (MNS) für den Schutz anderer, einen Einwegkittel, eine kleine Flasche Desinfektionsmittel sowie Informationsmaterial.

„Die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Bewohner stehen für uns an oberster Stelle. Unsere Mitarbeiter sind geschult, besonders auf die Hygiene zu achten, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten“, ergänzt Pflegedienstleiter Marcel Jankowski. Dementsprechend sind Umarmungen, Händeschütteln und Küsse verboten, es ist eine Maske zu tragen, die Hände sind zu desinfizieren, der Abstand von 1,5 Metern ist einzuhalten. „Wir beobachten weiterhin aufmerksam die Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus und folgen den Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Institutes, der Gesundheitsbehörden und medizinischen Experten“, heißt es aus dem Seniorenwohnpark.