Quarnebeck l Egoismus ist in Quarnebeck ein Fremdwort. Die Gemeinschaft steht an erster Stelle. Es ist 20 Uhr. Der Heimatverein trifft sich im Bürgermeisterzimmer. Zweimal im Monat ist das der Fall. Immer montags. Auch Nicht-Mitglieder können gerne dazu stoßen. Normalerweise werden die nächsten Termine und Vorhaben besprochen. Aber eigentlich ist es ein gemütlichen Beisammensein. Hauptsache, man trifft sich. Und genau dieses Miteinander ist es, was die Quarnebecker unter Solidarität verstehen. Reinhard Meyer vom Heimatverein formuliert es so: „Zusammenhalt. Sich gemeinsam für etwas einsetzen. Wenn alle mit anpacken, dann schafft man was.“ Davon profitiert letztlich jeder Einzelne. Und vielleicht ist es auch die Formel dafür, wie Quarnebeck es gelingen konnte, den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu gewinnen – 2017 im Altmarkkreis Salzwedel und 2018 auf Ebene des Landes Sachsen-Anhalt. Landrat Michael Ziche gratulierte prompt. „Quarnebeck“, so schrieb er, „ist wirklich ein außergewöhnliches Dorf. Schmucke Häuser, lebendige Traditionen und vor allem sehr aktive Menschen, die mit Leib und Seele für ihr Dorf eintreten und an neuen, frischen Ideen für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung interessiert sind.“

Für und Wider

Dass Quarnebeck am Wettbewerb teilnimmt, war anfangs durchaus umstritten. Auch der Heimatverein äußerte Bedenken, doch Ortsbürgermeister Marco Wille ließ nicht locker und irgendwann fand ein Umdenken statt. „Es gab ein Für und Wider, aber wir haben uns dann zur Teilnahme entschlossen und haben dabei, auch ohne die Auszeichnungen, nur gewonnen“, findet Meyer.

Inzwischen gibt es in Quar­nebeck, das nun auf Bundes-Ebene antritt, wohl niemanden mehr, der die Beteiligung an „Unser Dorf hat Zukunft“ infrage stellt. „Das Zusammenleben und der Zusammenhalt sind noch schöner geworden“, meint Meyer. „Viele identifizieren sich auch mit dem Wappen, das der Heimatverein angeschafft hat.“ Andreas Lenz, Vorsitzender des Heimatvereins, erinnert sich auch gerne an die Arbeitseinsätze, die 2018 erfolgt sind. Im April gab es etwa 50 Teilnehmer und im Oktober zirka 70.

Arbeitseinsätze

Das sind beachtliche Zahlen. Schließlich hat Quarnebeck nur 184 Einwohner. Bei den Arbeitseinsätzen wurde einiges geleistet, um das Dorf zu verschönern oder Verbesserungen herbeizuführen. Beispielsweise wurde auf dem Spielplatz ein Fallschutz errichtet und am Saal wurden Blumenkästen angebracht.

Der Heimatverein hat sich neben der Feuerwehr zu einer festen Größe in Quarnebeck entwickelt und steht stellvertretend für das Engagement im Dorf. Gegründet 2007, weil der Eulenturm erhalten werden sollte, gibt es jetzt rund 30 Mitglieder, aber noch mehr, die sich dem Heimatverein verbunden fühlen und dabei helfen, das dörfliche Leben zu bewahren und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Sei es das Schweinekopfessen, die Frauentagsfeier, das Theaterstück oder die Silvesterfete. Auch die Pfingstbräuche werden unterstützt. Das Schöne dabei: „Alle Generationen machen mit“, wie Meyer betont. Auch das ist gelebte Solidarität.

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