Klötze l Groß ist der Ratsaal im Klötzer Rathaus – und klein waren die Zahlen, die Planer Burkhardt Melzian bei seiner Präsentation mittels Beamer an die Wand warf. Und es waren viele Zahlen, die dort zu lesen waren. Wichtig waren sie außerdem: Immerhin handelte es sich um eine Gegenüberstellung der möglichen Kosten, die beim geplanten Neubau der Kuseyer Kita auf die Stadt Klötze zukommen könnten.

Zwei mögliche Standorte sind seit einigen Wochen im Gespräch: Der erste Vorschlag sieht einen Neubau an der Kuseyer Grundschule vor, bei der zweiten Variante würde die Kindereinrichtung auf dem alten Sportplatz gebaut. Welcher Standort der bessere ist, darüber herrscht schon lange Uneinigkeit im Stadtrat. Die Präsentation während der jüngsten Sitzung des Gremiums sollte bei der Entscheidung helfen und Informationen zum aktuellen Sachstand liefern. Doch am Ende wurde es nur verwirrend: Nicht jedes Mitglied konnte lesen, was da an der Wand geschrieben stand. Ausgedruckt auf Papier lagen ihnen die Zahlen nicht vor. Unmut machte sich in der Runde breit, die in der anschließenden Diskussion auch deutlich zum Ausdruck gebracht wurde.

Vor- und Nachteile

Melzian trug die wichtigsten Daten vor. Mit Blick auf die Kosten fasste er zusammen, dass ein Neubau an der Grundschule rund 1,6 Millionen Euro kosten würde, auf dem alten Sportplatz wären es etwa 1,7 Millionen Euro. An der Schule müssten keine Flächen dazugekauft werden, Spielgeräte seien bereits vorhanden und auch bei den Hausanschlüssen ließe sich einiges bei der Grundschule mitnutzen, wie der Planer sagte. Auf dem alten Sportplatz gehöre ein benötigtes Grundstück nicht der Stadt und müsste gekauft werden, beim Eigentümer wäre der Kaufpreis zu erfragen. Das Legen der Hausanschlüsse sei aufwendiger, eine alte Schotterbahn müsste zurückgebaut werden.

Bei der geplanten modularen Bauweise gebe es unterschiedliche Möglichkeiten, die sich auch im Preis bemerkbar machen würden. Äußerlich sofort als Container erkennbar seien die günstigsten Modelle. Diese einfachste und preiswerteste Bauweise habe er für die Kostenschätzung verwendet, so Melzian.

Berechnungen angestellt

Komplizierter wurde es da schon, als der Planer Berechnungen anstellte. Etwa zum Spielbereich. Da ein solcher am alten Sportplatz noch nicht vorhanden ist, müsste neu gebaut werden. Für jedes der 90 Kinder, die betreut werden sollen, werde eine Fläche von 20 Quadratmetern zugrunde gelegt. Diese 1800 Quadratmeter würden dann mit dem geschätzten Grundstückspreis von 15 Euro pro Quadratmeter multipliziert. Das Ergebnis seien 27.000 Euro, die ein Spielbereich auf dem Gelände kosten würde. Hinzu kämen 20.000 Euro für Spielgeräte. Beim Standort an der Grundschule, wo bereits ein Spielplatz steht, würde ein Kauf von Geräten mit 10.000 Euro zu Buche schlagen. Der alte Spielplatz könnte teilweise weiter genutzt werden.