Jahrstedt l Die 1956 errichtete und am 18. März eingestürzte Stauanlage bei Jahrstedt wurde in der vergangenen Woche vorläufig durch ein Provisorium ersetzt. Im Auftrag der Stadt Klötze setzten Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes (UHV) Obere Ohre insgesamt acht Drahtkörbe, sogenannte Gabionen, die per Bagger und auch per Hand mit Mineralschotter gefüllt wurden, in die Ohre. Für Stabilität sorgen außerdem zehn Sandsäcke. Weiterhin wurde der nach dem Zusammenbruch der Schleuse vorhandene Kolk an der östlichen Uferseite beseitigt und der Wirtschaftsweg wieder hergestellt (Volksstimme berichtete).

„Das Provisorium ist notwendig, um wasserwirtschaftliche, naturschutzfachliche sowie sportfischereiliche Zwecke und insbesondere die Daseinsvorsorge (Löschwasserversorgung der Ortslage Germenau) sicherzustellen“, teilt Amanda Hasenfusz vom Altmarkkreis Salzwedel dazu mit.

Noch keine Entscheidung

Sie erinnert daran, dass die Stauanlage, die übrigens mit „Ja 20“ bezeichnet wurde, ursprünglich um eine Fischtreppe ergänzt werden sollte. Nach dem Einsturz ergebe sich für den Ersatzneubau nun auch die Möglichkeit, eine Sohlgleite (Aufschüttung mit leichtem Gefälle, die Red.) zu errichten. Bevor eine abschließende Entscheidung getroffen werden kann, müssten die Vor- und Nachteile der beiden Varianten abgewogen werden, schreibt Amanda Hasenfusz. Und: „Um weitere Planungsleistungen zu beauftragen, ist die Finanzierung zu klären.“ Je nach Fördermittelquelle könnten der Zweckverband (ZV) Natur- und Kulturlandschaft Drömling, die Naturparkverwaltung (NPV) Drömling, die Staurechtsinhaberin der alten Stauanlage war, oder auch der UHV Obere Ohre als Antragsteller fungieren.

Für den Ersatzneubau der Anlage käme eine ELER-Förderung (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) in Frage, entweder über die Naturschutzrichtlinie oder über die Wasserrahmenrichtlinie, wie Amanda Hasenfusz informiert. Sie kündigt an, dass es am kommenden Dienstag, 5. Juni, eine nichtöffentliche Besprechung zum weiteren Vorgehen geben werde. Daran nähmen Vertreter der Stadt Klötze, des Ortsteils Jahrstedt, des UHV Obere Ohre, der NPV Drömling, des ZV Drömling, der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde teil.

Indes ist schon deutlich der Nutzen des neuen Provisoriums erkennbar. Dank der Gabionen und Bigs staut sich das Wasser der Ohre wieder und versorgt über die ober- und unterirdischen Zuläufe die umliegenden Gräben und vor allem auch den benachbarten Angelteich. Der war fast schon trocken gefallen. Zwar wird nicht ganz der frühere Stand erreicht, aber immerhin ist der Wasserstand im Angelteich deutlich höher als zur Zeit ohne den Behelfsstau.