Paradies zu Hause

Stefan Droska aus Klötze verbringt Urlaub in seiner heimatlichen grünen Lunge

Wer den Garten von Stefan Droska betritt, kommt sich wie im Süden vor: Pflanzen, Wasser, Hängematte. Der 56-Jährige ist darauf ziemlich stolz. Er reist zwar gerne, doch hat er sich die Karibik nach Klötze geholt.

Von Markus Schulze 06.08.2021, 05:00
Stefan Droska, genannt Ossi, und sein Hund Carlo lieben den Aufenthalt in ihrer grünen Lunge, dem 304 Quadratmeter großen Garten in der Klötzer Kleingartenanlage Friedensberg. Reisen in ferne Länder brauchen sie nicht.
Stefan Droska, genannt Ossi, und sein Hund Carlo lieben den Aufenthalt in ihrer grünen Lunge, dem 304 Quadratmeter großen Garten in der Klötzer Kleingartenanlage Friedensberg. Reisen in ferne Länder brauchen sie nicht. Foto: Markus Schulze

Klötze - Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Das denkt sich auch Stefan Droska. Während andere viel Geld für ihren Urlaub ausgeben, um dann festzustellen, dass die Hotelanlage doch nicht so glanzvoll ist wie im Prospekt beschrieben, genießt der Klötzer seinen Garten. Auf 304 Quadratmetern hat er dort alles, was ihm gefällt: Viele verschiedene Gewächse, einen Teich mit fünf Fischen und vier kleinen Wasserfällen, gemütliche Plätze zum Verweilen und dazu noch Carlo, seinen geliebten Mops-Mischling.

Carlo und Droska, das merkt man schnell, sind ein Herz und eine Seele. Wahlweise wird aus Carlo auch Lotti, Lottchen oder Charlotte. Dem Rüden ist es egal. „Der hört nicht auf das, was man sagt, sondern auf das, wie man es sagt“, ist Droska überzeugt. Den Schriftzug „Carlo“ hat er an einer Stelle des Gartens sogar gepflastert, ebenso seinen eigenen Vornamen sowie den von „Spike“, dem verblichenen Vorgänger von Carlo.

Bei null angefangen

Gerne treten Droska (Spitzname „Ossi“) und Carlo im Partner-Look auf, bevorzugt in schrillen Farben und mit Sonnenbrille. Noch lieber hängen sie zusammen in der Hängematte herum, einem Mitbringsel aus Venezuela.

Denn Droska, der bei Volkswagen arbeitet, lehnt das Reisen keineswegs ab, ist ein Globetrotter, war auch schon in Mexiko, Thailand, Ägypten, Dubai und auf Jamaika. Allerdings hat er auf ferne Länder derzeit keine Lust, was natürlich auch mit Corona zu tun hat. Und im eigenen Land ist es auch schön: Gestern fuhr Droska nach Berlin, natürlich mit Carlo. Die Dauer des Aufenthaltes ist unbekannt. „Keine Ahnung. Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“, sagt Droska.

Der 56-Jährige macht einen flippigen, unbekümmerten Eindruck. Das spiegelt sich auch in seinem Garten wider. Rechte Winkel sucht man dort vergeblich. Stattdessen ist alles ein bisschen krumm und schief. Sogar die Brücke über den Teich. Droska will es so, hat alles selbst gebaut, oft aus dem, was er im Wald findet. Da verwundert es nicht, dass ein Baumstumpf die Unterlage für einen Tisch bildet und Äste als Stiele für Hacken und Spaten dienen.

Heraus kommt ein Garten, der in Teilen einem Dschungel gleicht, soweit es das Kleingartengesetz zulässt. Die Parzelle in der Anlage Friedensberg hat Droska vor zwölf Jahren übernommen. Damals, so erzählt er, glich das Areal noch einer öden Müllhalde mit verrotteter Laube und herumliegenden Bierflaschen. „Ich habe bei null angefangen und ein Paradies erschaffen“, berichtet Droska. Als Erstes legte er den Teich an. „Der musste sein“, weil er früher ein Aquarium besaß und Wasser einfach mag.

Umso glücklicher ist der Klötzer darüber, dass es bis zum Waldbad nur 100 Meter sind. Zweimal täglich geht er dort schwimmen: morgens und nachmittags. Im griechischen Restaurant gegenüber trinkt er mittags ein Käffchen und den Rest des Tages zieht er sich mit Carlo in den Garten zurück.

Wie viele Pflanzen dort wachsen, weiß Droska nicht. Es ist ihm einerlei. Stolz ist er aber zum Beispiel auf den Sanddorn („Aus den Beeren kann man Marmelade machen.“) und die Vogelblumen, „die Blüten sehen aus wie trinkende Papageien“.

Kurzum: Um glücklich zu sein, braucht Stefan Droska nicht viel, nur Carlo und seinen Garten, den er „Ossis grüne Lunge“ nennt und „supercool“ findet.

Als Stefan Droska den Garten vor zwölf Jahren übernahm, legte er als erstes einen Teich an. Darin tummeln sich fünf Fische.
Als Stefan Droska den Garten vor zwölf Jahren übernahm, legte er als erstes einen Teich an. Darin tummeln sich fünf Fische.
Foto: Markus Schulze