Klötze l Nicht von Mamas Seite weichen die beiden Zicklein im Streichelgehege des Klötzer Tierparks. Kein Wunder, schließlich sind sie erst ein paar Tage alt. Erblickt haben die zwei Brüder – es sind kleine Böcke, wie Tierpfleger Karsten Langleist im Gespräch mit der Volksstimme verriet – das Licht der Welt am vergangenen Sonntag. Morgens waren sie da und sind seitdem gesund und munter.

Aber noch etwas schüchtern. Ungern wollten sich die kleinen Ziegen fotografieren lassen und versteckten sich zunächst hinter ihrer Mutter in einer Ecke des Stallgebäudes. Doch irgendwann schien die Aufregung verflogen zu sein. Dann trauten sich die Brüder sogar ein paar Schritte hinaus vor die Tür ihrer Unterkunft.

Schon in wenigen Monaten ausgewachsen

Die Zweibeiner kommen aufgrund der aktuellen Corona-Einschränkungen nicht sehr nah an die Zwergziegen heran. Der Tierpark ist geöffnet, doch das Streichelgehege bleibt gesperrt. Es bleibt aber der Blick über den Zaun hinweg. Sind die Tierbabys jetzt noch sehr klein, dürfte sich das schnell ändern. Im Alter von ungefähr neun Monaten seien sie ausgewachsen, schätzte Karsten Langleist.

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Relativ jung sind auch ihre drei „großen“ Mitbewohner, darunter ihre Mutter. Ein Bock war beim Einzug Anfang Oktober noch kein Jahr alt, das andere männliche Tier war ungefähr zwei Jahre alt. Mit zum Trio gehört die rund einjährige Geiß, die nun den Nachwuchs zur Welt gebracht hat. Sie war bereits trächtig, als die drei vor ein paar Wochen nach Klötze kamen. Zuvor lebten sie im Stendaler Tiergarten. Von dort holten Mitglieder des Fördervereins die Tiere in die Purnitzstadt.

Hoffnung in Corona-Zeiten

Mit dabei waren damals neben dem Vorsitzenden Lothar Schulze auch die Vorstandsmitglieder Hans-Jürgen Müller, Horst Kamieth und Uwe Witte. Für die Anschaffung und den Transport der Tiere war der Förderverein verantwortlich. „Die neuen Ziegen stellen die Zukunft des Streichelgeheges dar“, war sich Lothar Schulze im Gespräch mit der Volksstimme sicher. Die Geburt der Tierbabys schenke in der Corona-Zeit Hoffnung. Geboren worden seien die Lämmer kurz vor dem Fest des Lichtes und der Liebe, der Bedeutung des Lebens werde dadurch Ausdruck verliehen, sagte Lothar Schulze.

Bei der Gelegenheit lobte der Vorsitzende die aus seiner Sicht gute Zusammenarbeit mit der Klötzer Verwaltung und bedankte sich bei den Tierpflegern Karsten Langleist, Udo Bethge, Frank Weißmann und Heiko Hartigs, mit denen der Verein ebenfalls gut zusammenarbeite.

Zustand der Vogelvolieren bereitet Sorgen

Mit der Geburt der zwei Brüder hat sich die Zahl der Ziegen im Streichelgehege mit einem Schlag fast verdoppelt. Weiteren Nachwuchs wird es wohl nicht geben. Einer der erwachsenen Böcke ist bereits kas­triert, dem anderen steht das noch bevor, wie es hieß.

Größere Projekte hat sich der Förderverein Tiergehege und Streichelzoo Klötze für die restlichen Wochen des Jahres nicht mehr vorgenommen, wie Lothar Schulze im Gespräch berichtete. Eigentlich wollten die Mitglieder 2020 einige Arbeiten in Angriff nehmen. An der Stelle des ehemaligen Affengeheges etwa sollte ein Kaninchenhaus entstehen, erinnerte der Vorsitzende an eines der geplanten Vorhaben. Die Wände könnten aus Plexiglas errichtet werden und so den Besuchern einen Blick auf die Langohren ermöglichen, sagte Schulze. „Und zu besonderen Höhepunkten könnte man die Kaninchen vielleicht auch mal anfassen“, nannte er eine Idee für die Zukunft.

Die Unterkunft für die Kaninchen ist allerdings nicht die einzige geplante Baustelle auf der Anlage. Bei einem kurzen Rundgang über das Tierpark-Gelände an der Schützenstraße kam Lothar Schulze auch auf die Vogelvolieren im Eingangsbereich der Anlage zu sprechen. Deren Erneuerung stehe bereits auf dem Programm. Mittlerweile bereite der Zustand der Gesamtkonstruktion dem Förderverein aber Sorgen. Das Holz beispielsweise ist verwittert und stellenweise grün angelaufen.

Aus Sicht des Fördervereins sei es notwendig, die Volieren neu zu gestalten. Als Verein bitte man darum, das Thema im Klötzer Stadtrat sowie im Ortschaftsrat zu behandeln, „um eine kurzfristige Lösung zu finden“, sagte der Vorsitzende. Zumal ein Neubau schon länger im Gespräch sei. „Wir sehen das als sehr dringliche Aufgabe an“, unterstrich Lothar Schulze. Zudem schmälere der Zustand der Volieren den ansonsten positiven Gesamteindruck im Eingangsbereich der Anlage.