Klötze l Es brannte einfach überall. Kaum war das Feuer auf der Treppe gelöscht, da stand auch schon das Sofa in Flammen. Und dann die Decke über ihren Köpfen – alles mussten die Feuerwehrleute im Blick behalten. Schließlich wussten sie nicht, welcher Brandherd als nächstes per Knopfdruck entzündet wird. Denn das entschied in dem Brandübungscontainer, der am Freitag und Sonnabend am Gerätehaus der Klötzer Feuerwehr aufgebaut war, ganz allein Matthias Gratzke. Er bediente die Anlage, in der die Atemschutzgeräteträger von den Ortsfeuerwehren in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze an beiden Tagen unter realistischen Bedingungen trainieren konnten.

Rund 600 Grad Celsius beträgt die Temperatur der Flammen im Container, wusste Gratzke. Bei einem echten Brand könnten es bis zu 1200 Grad sein. Kein Wunder also, dass es in dem Übungscontainer sehr heiß wurde. Bis zu 130 Grad wurden in einer Höhe von einem Meter gemessen. Eine zusätzliche Belastung für die Brandbekämpfer. Eine weitere Hürde war die Dunkelheit, die in dem speziellen Lkw-Anhänger herrschte. „Es ist ein Test, ob die Kameraden richtig reagieren“, sagte Gratzke. Der Schwerpunkt habe nicht nur beim Löschen gelegen. Das taktische Verhalten sollte geübt werden.

Ein Durchgang dauerte etwa 20 Minuten. Im Anschluss gab es eine Auswertung und Hinweise, wie das Vorgehen noch verbessert werden könnte. Jeweils zwei Atemschutzgeräteträger stiegen als ein Trupp in den Container hinab. Insgesamt waren 64 Teilnehmer von den Ortswehren in der Stadt für das Wochenende angemeldet, wusste Klötzes Stadtwehrleiter Matthias Veit. Bei Bedarf konnten die Teams in diesem Jahr erstmals von Trainern der Berufsfeuerwehr Wolfsburg begleitet werden. Sie korrigierten gleich im Container mögliche Fehler der Teilnehmer, bestimmte Trainingsabschnitte konnten wiederholt werden. Ein starres Programm gab es bei den einzelnen Durchläufen nicht. Auf alle Wünsche wurde eingegangen.

Diese Form des Trainings sei das Beste, was man machen könne, um sich auf einen Wohnungsbrand vorzubereiten, sagte Matthias Veit. Schließlich gebe es echtes Feuer, das mit echtem Wasser bekämpft werde, nannte er Vorteile. Sensoren in der Anlage würden messen, ob die Flammen auch wirklich gelöscht wurden. Anders als im echten Einsatz könnte das Feuer jederzeit abgestellt werden.

Begonnen wurden die Übungen jeweils auf dem Dach der Anlage, die schon zum dritten Mal in Klötze Station machte. Die Kameraden überprüften ihre Schutzkleidung und schauten auch ihren jeweiligen Partner gründlich an, um zu sehen, ob alles seine Richtigkeit hat. Nachdem die Lungenautomaten angeschlossen waren und das Strahlrohr überprüft wurde, ging es durch eine kleine Tür ins Innere des Brandübungscontainers, wo unter anderem auch eine brennende Gasanlage, bei der der Schieber geschlossen werden musste, und ein in Flammen stehender Schrank mit Farben auf die Teilnehmer wartete. Irgendetwas brannte immer.