Unterlagen verschwunden

Trippiglebener warten noch immer auf ein neues Dach für ihr Dorfgemeinschaftshaus

Fotovoltaik-Anlagen möchte ein Investor auf dem Trippiglebener Dorfgemeinschaftshaus aufbauen. Das Dach des Gebäudes würde dafür auf Vordermann gebracht, die Stadt würde sich die Sanierungskosten sparen. In den vergangenen Monaten tat sich nichts, weil wohl Unterlagen für den Statiker nicht auffindbar sind.

Von Tobias Roitsch
Ein neues Dach wünschen sich die Trippiglebener für ihr Dorfgemeinschaftshaus schon lange. Ein Investor könnte helfen. Doch bislang fehlten Unterlagen zur Statik.
Ein neues Dach wünschen sich die Trippiglebener für ihr Dorfgemeinschaftshaus schon lange. Ein Investor könnte helfen. Doch bislang fehlten Unterlagen zur Statik. Foto: Tobias Roitsch

Trippigleben - Schon lange wünschen sich die Trippiglebener, dass das Dach ihres Dorfgemeinschaftshauses saniert wird. Gedeckt ist dieses bislang mit alten Asbestplatten. Eine kostenlose Lösung liegt seit einiger Zeit auf dem Tisch. Doch in den vergangenen Monaten gab es keine Fortschritte bei dem Thema, wie während der jüngsten Sitzung des Trippiglebener Ortschaftsrates zu hören war.

Mittlerweile dränge sich die Frage auf, ob die Stadt Klötze als Eigentümerin des Gebäudes überhaupt noch eine Dachsanierung wolle, sagte Ortsbürgermeister Andreas Melzer. Er bat darum, dass diese Frage ins Sitzungsprotokoll aufgenommen werden sollte.

Warum bei ihm Zweifel aufkommen und warum bislang noch nicht saniert wurde, erklärte Melzer ebenfalls. Der Ortsbürgermeister berichtete über eine nichtöffentliche Sitzung des Ortschaftsrates, die im April stattfand und an der die drei Mitglieder des Gremiums teilnahmen. Coronabedingt konnte lange Zeit zu keinen Zusammenkünften eingeladen werden, deshalb seien ein paar Themen aufgelaufen, begründete Melzer.

Gesprochen wurde unter anderem über das Saaldach. Mit den Entwicklungen in der Sache seien die Trippiglebener Ortsräte nicht zufrieden. Denn fehlen würden Unterlagen für den Statiker, ohne die nicht gebaut werden kann. Diese könne die Stadt wohl nicht finden, wie es bei der jüngsten Sitzung hieß.

Investor würde sich um Arbeiten kümmern

„Es geht viel Zeit ins Land“, sagte Andreas Melzer im Gespräch mit der Volksstimme. Seine Stellvertreterin Cindy März und er hätten sogar angeboten, beim Suchen der Unterlagen zu helfen. Denn der Ortschaftsrat will das neue Dach unbedingt, wie der Ortsbürgermeister betonte.

Die Stadt würde dieses praktisch zum Nulltarif erhalten. Gefunden hat sich ein Investor, der auf dem Gebäude Fotovoltaik-Anlagen aufbauen möchte. Dafür würde ein Unternehmen die alten Asbestplatten entfernen und durch Bleche ersetzen. Seit November gibt es dieses Angebot. Würde es in die Tat umgesetzt, wäre das Dach wohl für die nächsten 20 Jahre wieder dicht, so Melzer. Für die Gewinnung von Solarstrom wollte zuvor auch schon ein örtliches Unternehmen die Fläche auf dem langgezogenen Gebäude nutzen, doch dieser Interessent ist schließlich abgesprungen, wie es hieß.

Anschließend wurde der neue Investor gefunden, der trotz der aktuellen Hängepartie wohl noch „bei der Stange “ sei, wie Andreas Melzer sagte. Der Ortsbürgermeister hoffe, dass es so bleibt. Lassen sich die fehlenden Unterlagen für den Statiker nicht mehr finden, müssten eben neue erstellt werden. Das koste zwar Geld, sei aber nicht so teuer wie ein komplett neues Dach, machte der Ortsbürgermeister deutlich.

Dorfgemeinschaftshaus ist Mittelpunkt im Ort

Andreas Melzer sei immer noch optimistisch, dass alles gut wird. Das Dorfgemeinschaftshaus bezeichnete er als den Mittelpunkt des Ortes. Für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, für die Sportler des Männer-Turnvereins (MTV), die dort Tischtennis spielen, und für die Senioren, die sich in den Räumlichkeiten zu gemütlichen Nachmittagen treffen, sei das Gebäude beispielsweise eine Anlaufstelle. Es habe bereits diverse Schäden am Dach gegeben, einige Asbestplatten wiesen Risse auf, erklärte Melzer. Sollte es zu weiteren Schäden kommen, werde es kritisch.