Jahrstedt l Jetzt haben sie es geschafft: Mitglieder aus neun Ortsfeuerwehren der Einheitsgemeinde Stadt Klötze haben am Sonnabend ihre Truppmannausbildung erfolgreich abgeschlossen. Der Prüfung des ersten Teils, der Grundausbildung für Feuerwehrleute, stellten sich elf Teilnehmer. Den zweiten Teil, der eine Art Weiterbildung darstellt, schlossen weitere sechs Kameraden ab. Damit waren alle Prüflinge erfolgreich.

Und das mit besonders guten Leistungen. „Das ist das beste Ergebnis, das wir in den letzten Jahren hatten“, fasste Ausbildungsleiter Nico Ludwig vor der Übergabe der Zertifikate zusammen. Vergeben wurden diese übrigens wie auch schon in den Vorjahren im Jahrstedter Feuerwehrgerätehaus. Dort wurden an diesem Tag auch die Prüfungen abgenommen. Besonders hob Ludwig die Ergebnisse von Jannes Nieder, der die höchste Punktzahl im Teil 1 erreicht hatte, sowie die Leistungen von Nick Haertel und Jürgen Rettberg hervor, die im zweiten Teil besonders überzeugten. Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels gratulierte allen Teilnehmern und bedankte sich bei ihnen dafür, dass sie diese Aufgaben in ihrer freien Zeit übernehmen.

In den Dienstvorschriften ist alles geregelt

Tatsächlich ist die Ausbildung sehr umfangreich. So gilt es in der Truppmannausbildung Teil 1 insgesamt 70 Unterrichtsstunden mit einer Dauer von je 45 Minuten zu absolvieren, bevor die Prüfung angetreten werden kann. Die Themen, die dabei vermittelt werden, sind recht vielseitig, wie Klötzes Stadtwehrleiter Jan-Christian Jakobs im Gespräch mit der Volksstimme erklärte. Rechtsgrundlagen würden behandelt, ebenso die Aspekte beim Löscheinsatz, die Technische Hilfeleistung. Auf dem Unterrichtsplan stehen darüber hinaus die Fahrzeug- und Gerätekunde sowie ein Erste-Hilfe-Kurs, der über den üblichen Standard hinausgeht, wie Jakobs sagte. Für die Ausbildung zuständig waren Kameraden aus den Ortswehren in Klötze, Jahrstedt, Kunrau und Steimke.

Bilder

Ist die Grundausbildung abgeschlossen, kann nach zwei Jahren die Truppmannausbildung Teil 2 mit der Prüfung beendet werden. Dabei werde den Kameraden der „Feinschliff“ verpasst. In weiteren 80 Stunden, die in den jeweiligen Ortswehren absolviert werden, wird das Feuerwehrwissen vertieft. Am Ende stehen die theoretische und die praktische Prüfung. Es gilt Ankreuzfragen zu lösen und in der Praxis einen Lösch- oder ähnlichen Einsatz abzuwickeln. In den Dienstvorschriften sei genau vorgegeben, was jeder wissen muss, erklärte Jan-Christian Jakobs. „Daran orientieren wir uns.“

Ratschlag: Auch mal selbst weiterbilden

Der Stadtwehrleiter richtete dann ebenfalls noch das Wort an die erfolgreichen Kameraden. „Danke, dass ihr die Ausbildung auf euch genommen habt.“ Nicht jeder könne das, was die Feuerwehrleute können. „Es gehört mehr dazu, als nur Schläuche auszurollen“, sagte er. Ein Einsatz müsse schließlich koordiniert ablaufen. Er gab den Teilnehmern aber auch mit auf den Weg, immer am Ball zu bleiben, sich auch selbst weiterzubilden, etwa beim Thema Knoten und Stiche.

Mit zehn Absolventen ließen sich rechnerisch die altersbedingten Abgänge in den 15 Ortswehren kompensieren. „Über mehr Teilnehmer würde sich sicher niemand beklagen“, so Jakobs. Mit elf und sechs Absolventen in beiden Ausbildungsteilen könne man zufrieden sein, so der Stadtwehrleiter. „Das schafft man wohl nicht in jeder Gemeinde.“