Beetzendorf l Wer von weiter her kommt und mit dem Auto durch Beetzendorf will, bekommt es rechtzeitig angezeigt: Die Ortsdurchfahrt ist wegen des Lindenstraßen-Ausbaus voll gesperrt und eine weiträumige Umleitung über Klötze und die Bundesstraße 71 ausgeschildert. Doch nicht jeder will diese zeitraubende Umfahrung in Kauf nehmen, zumal es sich inzwischen herumzusprechen scheint, dass es in Beetzendorf eine innerörtliche Ausweichroute gibt. Die führt von der Goethestraße am alten Forsthof vorbei über den Marschweg und die Ladestraße des Bahnhofs wieder auf die Lindenstraße.

Gedacht ist die recht holprige und mit vielen Löchern versehene Route eigentlich nur für den örtlichen Verkehr. Doch auch Lasterfahrer haben den Schleichweg offenbar inzwischen entdeckt. Als die Volksstimme gestern Vormittag an der zweiten von insgesamt zwei Ampeln kurz vor der Ladestraße stand, quälte sich gerade ein Schwerlaster aus dem Eichsfeld um die Kurve und nahm Kurs auf die beiden Brücken an der Umleitungsstrecke. Dass diese nur für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen freigegeben ist, hatte der Fahrer offenbar geflissentlich übersehen. Von der Goethestraße aus steht sogar zusätzlich ein Schild, das die Durchfahrt für Lkw ausdrücklich verbietet.

Rotphasen dauern nur kurz

Die Sperrung für den Schwerlastverkehr hat seinen Grund. Zum einen halten die Brücken, vor allem die kleinere am Forsthof, der Belastung nicht stand. Zum anderen gibt es mehrere Kurven und Engstellen, die von größeren Fahrzeugen nur schwer oder gar nicht passiert werden können. Eine Ausnahme bilden die Schulbusse, die ausdrücklich über die Umleitungsstrecke fahren sollen und diese auch bereits getestet haben.

Bis zur ersten Ampel am Arboretum muss der Verkehr von der Goethestraße aus über eine holprige Schotterpiste fahren. Die Befürchtungen der Anwohner, dass es zu größeren Staubbelastungen kommt, haben sich bereits bestätigt. Jedes der Fahrzeuge zieht eine Staubwolke hinter sich her, zumal nicht immer mit angepasster Geschwindigkeit gefahren wird. Erblicken Kraftfahrer das Grünlicht an der Brückenampel, erfolgt meist der Tritt aufs Gaspedal, um möglichst noch rüber zu kommen. Dabei dauert die Rotphase ebenso wie bei der Ampel an der Ladestraße nur wenige Minuten, wie die Volksstimme getestet hat.

Eine kritische Passage ist auch die kleine, unübersichtliche Kurve an der Friedhofsmauer. Wer hier von der Brücke her kommend nicht weit genug rechts fährt, gerät in Gefahr, mit dem Gegenverkehr zusammenzustoßen. Eine Ampel wurde hier nicht installiert, lediglich das Vorziehen der Signalanlage von der Brücke könnte hier mehr Sicherheit schaffen.

Was Autofahrer auf jeden Fall beachten sollten, ist die Vorfahrtregelung auf der Umleitungsstrecke. So gilt an der Einmündung des Marschwegs und an der Goethestraße nach wie vor, zu halten und von rechts kommende Fahrzeuge zunächst durchzulassen.

Die Kunde, dass die Ortsdurchfahrt Beetzendorf gesperrt ist, ist aber offenbar noch nicht bei jedem durchgedrungen. So konnte in den vergangenen Tagen mehrfach beobachtet werden, wie Lasterfahrer unbekümmert in den Steinweg einfuhren und plötzlich erstaunt vor den Absperrungen an der Jeetze-Brücke standen. Da das Wenden nicht möglich ist, blieb nur das Einlegen des Rückwärtsganges übrig, mit dem auch die enge Kurve an der Volksbank gemeistert werden musste. Sogar ein Linienbus musste diese Prozedur Ende vergangener Woche auf sich nehmen.