Klötze l Eingerahmt von Grund- und Sekundarschule, fristet die Klötzer Zinnbergschule an der Straße der Jugend meistens ein trostloses Dasein. Bis 2015 waren dort Schüler mit Lernschwäche unterrichtet worden. Dann wurde die Zinnbergschule geschlossen und in Klötze endete nach 64 Jahren der Förderunterricht. Doch ab und zu wird die Zinnbergschule noch aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Beispielsweise 2017/18, als dorthin die Beetzendorfer Sekundarschüler auswichen, weil ihre Schule in Beetzendorf saniert wurde.

Eine Sanierung steht nun auch der Jübarer Grundschule bevor. „Am 8. Juli erfolgt die Auftragsvergabe für die Hauptgewerke, danach wird gleich mit der Bauvorbereitung begonnen“, berichtet Beetzendorfs Verbandsgemeindebürgermeister Michael Olms im Gespräch mit der Volksstimme.

Hort zieht schon in den Ferien um

568.500 Euro stehen im Haushalt der Verbandsgemeinde für 2020 bereit, um die Jübarer Grundschule auf Vordermann zu bringen, vor allem, was Brandschutz und Elektro-Installationen anbelangt. „Das muss gemacht werden, der Bestand ist von 1969“, verdeutlicht Olms. 568.500 Euro sind auch für 2021 vorgesehen, um etwa Heizung und Fußböden erneuern und Maurer, Trockenbauer und weitere Gewerke engagieren zu können. Darüber hinaus will die Gemeinde Jübar weitere 67.000 Euro investieren, damit ein sogenanntes „Klassenzimmer plus“ (großer Klassenraum mit speziellem pädagogischen Konzept) geschaffen werden kann.

Die Sanierung der Jübarer Grundschule soll am 3. August 2020 beginnen und mehrere Monate dauern. Somit kann dieses Gebäude im Schuljahr 2020/21 nicht genutzt werden. In dieser Zeit sollen die Jübarer Grundschüler in der Klötzer Zinnbergschule unterrichtet werden. Über Details sind die Eltern am 16. Juni informiert worden. „Die Eltern haben ein bisschen Sorge, was den Busverkehr angeht“, weiß Olms, beruhigt aber: „Vor zwei, drei Jahren, als die Beetzendorfer Grundschüler nach Kunrau gefahren sind, hat das ja auch prima geklappt.“

Sobald die Ferien vorbei sind, werden die Jübarer Grundschüler nach Klötze übersiedeln. Bei den Hortkindern, die vormittags in der Jübarer Kita und nachmittags in Klötze betreut werden sollen, wird das schon eher der Fall sein, kündigt Olms an.

Die Klötzer Zinnbergschule ist für die Jübarer vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Juli 2021 geblockt. „Der Altmarkkreis stellt uns das Objekt zur Verfügung“, sagt Olms. Derzeit wird es in Schuss gebracht. Laut Pressestelle überprüft der Kreis die technischen Anlagen (Hausalarm, Blitzschutz, Rauchschutztüren, Elektrik) und das Trinkwasser. Außerdem sorgt der Kreis für die Schülerbeförderung – die PVGS wurde beauftragt, die Hin- und Rückfahrt zu organisieren – und trägt dafür die Kosten.

Für den Sport wird Lösung gesucht

Indes kümmert sich die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf darum, dass sich die Jübarer Kinder in der Klötzer Zinnbergschule wohlfühlen. „Nur die oberste Etage bleibt frei“, erläutert Olms. Vier Klassenräume werden malermäßig aufgewertet, in drei Klassenräumen der Fußboden erneuert. Der Hort wird das Erdgeschoss beziehen. Genutzt werden beispielsweise auch Küche und Speiseraum. Noch nicht ganz klar ist, wo der Sportunterricht stattfindet. Weil die Klötzer Hegefeldhalle saniert werden soll, sind die Kapazitäten begrenzt, weiß Olms. Er ist sich aber sicher, dass mit der Stadt Klötze eine gute Lösung gefunden wird.

Da die Jübarer Grundschule für die anstehende Sanierung ohnehin ausgeräumt werden muss, kommt ein Großteil der Möbel (Tische, Schränke, Stühle) mit nach Klötze. Wandtafeln sind dort bereits vorhanden. „Der Umzug startet am 16. Juli“, informiert Olms. Es wurde ein Umzugsunternehmen beauftragt.

80 Grundschüler gehen nach Klötze, mindestens fünf Lehrer, eine Sekretärin, ein Hausmeister, dazu vier Hortnerinnen und 60 Hortkinder.

Dass es die Jübarer ein Jahr lang in der Purnitzstadt aushalten werden, daran hegt der Beetzendorfer Verbandsgemeindebürgermeister keinen Zweifel.

Und der ansonsten leer stehenden Zinnbergschule kann es bestimmt auch nicht schaden, wenn in ihre Räume wieder Leben einkehrt.