Beetzendorf l Die frohe Botschaft verkündete Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe per Telefon: „Am Sonnabend, 6. Juni, machen wir das Stölpenbad auf“. Ab 13 Uhr dürfen Badelustige erstmals in dieser Saison, die eigentlich in Beetzendorf aufgrund des beheizbaren Beckens schon im Mai beginnen sollte, ins Wasser springen. Das ausgearbeitete Zugangs- und Hygienekonzept, das für eine Öffnung unter den Bedingungen der Corona-Pandemie notwendig wurde, ist nach einigen Änderungen im Vorfeld genehmigt worden und soll jetzt umgesetzt werden.

Kernpunkt sind die Abstandsregeln. Mindestens 1,50 Meter sollten zwischen Menschen, die nicht einer Familie angehören, liegen – und zwar sowohl im als auch außerhalb des Wassers. „Unser Personal ist angehalten, das zu kontrollieren und die Hygieneregeln durchzusetzen“, erklärte Köppe. Personen, die das nicht einsehen wollen und Schwierigkeiten bereiten, würden „zügig mit den entsprechenden Maßnahmen belegt. Im Interesse aller Gäste, denen wir das Badevergnügen trotz der schwierigen Situation ermöglichen wollen“, bat der Bürgermeister um Verständnis.

Klar ist aber auch, dass eine vollständige Kontrolle kaum möglich ist und das Badpersonal die Augen nicht überall haben kann. Das fängt beispielsweise mit der Zahl der Personen an, die sich laut Hygienekon­zept gleichzeitig im Becken aufhalten dürfen. Maximal 34 sind es im Schwimmer- und 17 im Nichtschwimmerbecken. „Damit der Schwimmmeister überhaupt einen gewissen Überblick hat, werden wir möglicherweise Bahnen abstecken“, kündigte Köppe an. Letztlich sei das Personal am Beckenrand aber als Rettungsschwimmer eingestellt und nicht zum permanenten Zählen der Badegäste.

Eigenverantwortung der Bürger ist gefragt

Der Ortschef appelliert deshalb an die Eigenverantwortung eines jeden Badegastes. „Jeder sollte selbst darauf achten, anderen nicht zu nahe zu kommen und die Abstände einzuhalten“, so Köppe. Dann stehe einem unbeschwerten Badevergnügen nichts im Wege.

Entsprechend der Gesamtfläche des Bades wurde auch eine Maximalzahl von Personen festgelegt, die sich dort gleichzeitig aufhalten dürfen. „Das sind 285 Menschen“, informierte Lothar Köppe. Diese Zahl kann am Einlass, wo übrigens Mundschutzpflicht besteht, überwacht werden. Hier liegt zudem das Hygienekonzept aus, das für jeden Badegast einsehbar ist. Keinen Einlass erhalten Personen mit Symptomen einer Atemwegsinfektion und diejenigen, die in den letzten 14 Tagen aus dem nichteuropäischen Ausland nach Deutschland eingereist sind.

Die Altersgrenze für Kinder, ab der diese auch ohne Begleitung Erwachsener das Bad betreten dürfen, wurde von sechs auf zehn Jahre angehoben. Kinder ohne gültigen Schwimmausweis (mindestens Seepferdchen) müssen auf jeden Fall begleitet werden.

Freigegeben ist neben dem Schwimmer- und dem Nichtschwimmerbecken übrigens auch das Planschbecken für die Jüngsten. Noch nicht ganz klar ist dagegen, ob bereits am morgigen Sonnabend zur Eröffnung auch der Kioskbetrieb läuft. „Der Betreiber musste dafür ein eigenes Konzept erstellen“, erklärte der Bürgermeister. Wie schnell dies genehmigt und umgesetzt wird, ist noch ungewiss.

Duschen und die meisten Umkleiden zu

Und was ist mit den Umkleide- und Duschräumen im Bad? „Die bleiben vorläufig geschlossen, weil durch unsere Leute nicht kontrolliert werden kann, wie viele Menschen sich dort aufhalten“, erläuterte Lothar Köppe. Einzige Ausnahme sind die fünf Umkleidekabinen, die direkt von außen zugänglich sind. Auch die Toiletten im Bad sind nur eingeschränkt benutzbar.

Unsicher ist derzeit auch noch, wie es mit dem angebotenen Schwimmunterricht weiter geht. Die Kurse hat die Gemeinde ausgelagert, hierfür ist einer der Rettungsschwimmer privat verantwortlich. „Wenn ein Kind schon schwimmen kann und nur noch die Prüfung ablegen muss, ist das kein Pro­blem. Aber das Schwimmenlernen von Grund auf wird wohl vorerst nicht möglich sein, da hier auch Körperkontakt erfolgt“, hat der Bürgermeister in Erfahrung gebracht.

Was wegen der strengen Corona-Auflagen einstweilen auch der Vergangenheit angehört, ist das Ausleihen von Schwimmutensilien oder Bällen. „Das wird es erst einmal nicht mehr geben“, so Lothar Köppe. Entsprechende Hilfsmittel für die Kleinen wie Schwimmnudel oder -flügel müssen selbst von zu Hause mitgebracht werden.