Klötze/Schwiesau l Mit mehreren Vorhängeschlössern war das Messgerät gesichert. Doch es nützte nichts. Am 9. oder 10. April, da war sich die Polizei nicht sicher, wurde der schwarze Kasten, der aussah wie ein kleiner Reisekoffer, gestohlen. Seither fehlt von der Apparatur, die zwischen Klötze und Schwiesau an einem Verkehrsschild befestigt war, jede Spur. Doch warum hing das Messgerät überhaupt an der L 19? Die Volksstimme erkundigte sich bei Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Straßenbaubehörde.

Zweiter Versuch

Demnach sei die Entscheidung, das Messgerät an der Landesstraße anzubringen, bei einer Unfallkonferenz getroffen worden. „Die findet jährlich auf Kreisebene statt und befasst sich mit Strecken, auf denen es häufiger zu Unfällen kommt“, erklärte Krüger. Auch die L 19 zwischen Klötze und Schwiesau zähle dazu. Um herauszufinden, warum das so ist, wurde das Messgerät aufgebaut. Es habe sich um ein recht modernes Modell gehandelt, das auf Radarbasis funktioniere, erläuterte Krüger. Eine Woche lang sollte es alle möglichen Daten erfassen: Wie viele Fahrzeuge befahren die L 19 zwischen Klötze und Schwiesau? Was für Fahrzeuge sind das? Zu welchen Uhrzeiten und an welchen Tagen gibt es den meisten Verkehr? All das und mehr wurde vom Messgerät aufgezeichnet. Allerdings gingen die Daten durch den Diebstahl verloren und die Landesstraßenbaubehörde musste sich was Neues einfallen lassen.

Die Wahl fiel auf Gummimatten, die per Schrauben mit der Fahrbahn verbunden wurden. „Die Matten sind eine ältere Methode. Dabei werden die Daten in dem Moment aufgezeichnet, wenn ein Fahrzeug drüberfährt“, informierte Krüger. Und diesmal ging alles gut. Einen Diebstahl gab es nicht.

Mittlerweile liegen dem Regionalbereichsleiter die Daten auch persönlich vor. „Sie müssen aber noch ausgewertet werden“, betonte Krüger, der bisher nur einen groben Blick auf die Ergebnisse habe werfen können. Etwas Außergewöhnliches sei ihm dabei nicht aufgefallen. „Eigentlich alles ganz normal. Den meisten Verkehr gibt es morgens und nach Feierabend.“ Näheres müsse die Analyse ergeben. Davon hänge auch ab, ob und welche Maßnahmen getroffen werden, um die Unfallgefahr zwischen Klötze und Schwiesau einzudämmen. Möglicherweise werde aber auch gar nichts unternommen, weil es auf der L 19 nach erster Einschätzung von Manfred Krüger, abgesehen von den Wildwechseln, keinen speziellen Unfallschwerpunkt gebe. „In solchen Fällen ist es schwierig, eine Systematik zu erkennen und eine Lösung zu finden.“