Kunrau l Es ist vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten, aber die BUND-Ortsgruppe Kunrau beschränkt sich nicht allein darauf, gegen die Schweinemastanlage, die in der Gemarkung geplant ist, zu kämpfen. Außerdem liegt ihr nämlich auch der Erhalt und die Entwicklung des Kunrauer Freibades am Herzen. Daran erinnerte Vorsitzender Ralf Schumann bei der jüngsten Einwohnerversammlung im Schloss und lenkte seinen Blick auf ein Bild im Hintergrund. „Pro Bad - kontra industrielle Mast“ war darauf zu lesen.

Um den erwünschten Anschluss an die örtliche Biogasanlage, wodurch das Wasser im Becken mit Abwärme beheizt werden könnte, sollte es an diesem Abend jedoch nicht gehen. „Da gibt es nichts Neues“, informierte Schumann und erinnerte daran, dass die Stadt Klötze über die Lokale Aktionsgruppe „Rund um den Drömling“ Fördermittel aus dem sogenannten Leader-Programm der Europäischen Union beantragt habe. „Wir stehen auf der Prioritätenliste an dritter Stelle“, wusste Schumann. Ob es aber tatsächlich Gelder geben wird, bleibe abzuwarten.

Ortsbürgermeister berichtet

Vielmehr erhoffte sich die BUND-Ortsgruppe an diesem Abend einige Vorschläge aus der Runde, mit denen das Freibad aufgewertet werden könnte. „Das Bad ist 45 Jahre alt und in die Jahre gekommen“, berichtete Ortsbürgermeister Uwe Bock, ohne einzeln darauf eingehen zu wollen, was alles im Argen liegt. Er betonte aber, dass sich der Ortschaftsrat weiter für das Freibad einsetzen werde und darauf hoffe und poche, dass die Stadt Klötze sowie der politisch verantwortliche Stadtrat der gleichen Meinung sind. Ziel, so sagte Bock, müsse es sein, im Kunrauer Freibad spürbare Verbesserungen herbeizuführen, und zwar sowohl im technischen Bereich, was die notwendigen Reparaturen anbelange, als auch in puncto Gestaltung. „Das Freibad ist nicht mehr so attraktiv wie früher. Man muss mit der Zeit gehen“, brachte es Bock auf den Punkt. „Man wird sicher nicht alles verwirklichen können. Aber man sollte versuchen, das Beste herauszuholen“, meinte der Ortsbürgermeister.

Vorschläge gab es an diesem Abend noch nicht. Einzig eine Frau meldete sich zu Wort und bat darum, dass keine Hecke direkt ums Becken gepflanzt wird. „Sonst kann man von seinem Platz aus nicht mehr die Kinder im Wasser sehen und wenn man im Wasser ist, kann man nicht mehr seinen Platz sehen. Nicht, dass noch was gestohlen wird“, gab die Frau zu bedenken. „Eine direkte Umrandung wird es auf keinen Fall geben“, beruhigte Uwe Bock sogleich. Darüber hinaus regte er die Gründung eines Fördervereines für das Freibad an, um selbst mehr tun zu können und die städtische Verwaltung zu entlasten.