Steimke l Zur Jahreshauptversammlung hat sich die Jagdgenossenschaft Steimke in der Saalkneipe getroffen. Vorsitzende Undine Wernecke erinnerte, dass am Schafkopf- und Knobelturnier 20 Personen teilgenommen hatten. „Das waren nicht ganz so viele wie in den Vorjahren, es hat aber trotzdem Spaß gemacht und war eine gelungene Veranstaltung“, schätze Wernecke ein. Ihr Dank galt den Jägern, die wieder das Wildbret für das Essen zur Verfügung gestellt hatten. Das nächste Mal sollen die Karten und Würfel übrigens am Sonntag, 24. Februar, auf die Tische kommen, kündigte die Vorsitzende an.

Außerdem informierte sie darüber, dass die Jagdpacht erneut dem dörflichen Gemeinschaftsleben zugute gekommen ist. Insgesamt wurden 1550 Euro ausgezahlt. In diesem Jahr werden es 2000 Euro sein, beschlossen die Jagdgenossen einstimmig. Unterstützt werden der Frauenchor, das Schlachte-Essen, die Rentnerweihnachtsfeier, die Frauentagsfeier, der Spielmannszug, die Blaskapelle, die Feuerwehr, die im Rahmen des Pfingstfestes ihr 110-jähriges Bestehen feiern will, und auch die Heimatstube.

Vermeidung von Wildschäden

Erhard Kremeike schlug vor, dass sich die Jagdgenossenschaft zur Vermeidung von Wildunfällen auch anteilig an den Kosten für Reflektoren an Straßenpfosten beteiligen könnte. Gerhard Fiebig bot sich an, deshalb mit den Straßenbaulastträgern in Kontakt zu treten. Besonders betroffen seien die Verbindungen nach Böckwitz und Brome, wie es hieß. Außerdem erkundigte sich Kremeike, ob die Jäger in Sachsen-Anhalt für ihren Aufwand beim Bergen von Fallwild entschädigt werden, so wie es in Niedersachsen der Fall sei. „Das wird diskutiert, aber zurzeit noch nicht. Wir sind eine kostenlose Abdeckerei“, antwortete Fiebig.

Nachdem Kassenprüfer Gerald Gaedecke an der Kassenführung nichts auszusetzen hatte, wurden Kassenwart Rüdiger Irmscher und auch der übrige Vorstand mit Undine Wernecke und Schriftführer Bernd Wittich einstimmig entlastet. Ebenfalls einstimmig wurde Torsten Dierks als zweiter Kassenprüfer neben Chris Jürgens gewählt.

Mehr Schwarzwild

Mit Blick darauf, dass an diesem Abend 35 Stimmen mit rund 612 Hektar vertreten waren, die Runde in Wirklichkeit aber recht klein war, gab Bernd Wittich eine Empfehlung der Unteren Jagdbehörde weiter. Demnach sollten Vollmachten nur für eine bestimmte Versammlung gelten und nicht für eine längere Zeit. „Ansonsten müsste der Vorstand immer abfragen, ob die Vollmacht noch gültig ist“, erklärte Wittich.

Über das jagdliche Geschehen berichtete Pächtersprecher Gerhard Fiebig. Er sprach von einer „Explosion der Schwarzwildbestände“. Wurden früher pro Jahr zwischen 25 und 35 Tiere erlegt, waren es diesmal 81. „Es hätten auch locker 100 werden können“, sagte Fiebig. Der Schwerpunkt soll deshalb auf die Vermeidung von Wildschäden gelegt werden. Hinzu käme, „dass über uns das Damoklesschwert der Afrikanischen Schweinepest hängt“. Die Frage sei nicht, ob, sondern wann die Seuche auch die Altmark erreiche. Auch deshalb müsse die Schwarzwild-Population klein gehalten werden, machte Fiebig deutlich. Beim Rehwild wurden 33 Stücke geschossen, zwei kamen im Straßenverkehr zu Tode. Tagsüber sei kaum noch welches zu sehen. Neben Spaziergängern mit Hunden sei dafür auch der Wolf verantwortlich, meinte der Pächtersprecher. Im Heidau seien vier Exemplare gesehen worden. Fiebig wertete das als Beleg dafür, dass sich dort ein Rudel angesiedelt habe.

Kein Damwild erlegt

Während das Rotwild, hier umfasst die Strecke vier Stücke, wieder vermehrt vom Drömling in den Heidau ziehe, werde das Damwild immer weniger. Kein einziges Stück konnte erlegt werden, eines fiel dem Wolf zum Opfer. Hingegen werde das Raubwild immer mehr. „Waschbären und Marderhunde sind überall. Das werden wir wohl auch nicht mehr in den Griff kriegen“, bedauerte Fiebig. Für das Niederwild sei das eine Katastrophe.