Dönitz l Über Probleme mit der Telekom berichtete eine Einwohnerin im Dönitzer Ortschaftsrat. Sie hielt ein Schreiben in der Hand und erklärte, dass ihr alter Vertrag gekündigt worden sei. Wie sich in der Runde herausstellte, ist die Frau beileibe nicht die einzige Betroffene. Es war die Rede davon, dass das Internet nicht mehr funktioniere und es auch Schwierigkeiten mit dem Telefonieren gebe. Dies sei vor allem für ältere Bürger, die kein Handy hätten, aber schnell mal auf (ärztliche) Hilfe angewiesen sein könnten, ein echtes Dilemma. Ortsbürgermeister Matthias Licht verriet, dass er demnächst einen Telekom-Mitarbeiter bei sich zu Hause erwarte und das Thema dann ansprechen wolle.

Auf Anfrage der Volksstimme teilte Dr. Markus Jodl von der Telekom mit, dass die Telekom bereits 2015 angefangen habe, alle Anschlüsse auf die sogenannte IP-Technologie umzustellen. Für Privatkunden solle die Umstellung Ende 2019 abgeschlossen werden und bei Geschäftskunden im Jahr 2020. Die Telekom informiere ihre Kunden mehrere Monate vor der IP-Umstellung, dass dazu ein neuer Vertrag abgeschlossen werden müsse. Eine automatische Umstellung der Anschlüsse auf das neue Netz sei nur bei wenigen Tarifen möglich.

IP-Netz Basis für Breitbandanschluss

„Bei einer sehr geringen Anzahl von Kunden können wir aus technischen Gründen nach der Umstellung nicht dieselbe Leistung anbieten wie auf der alten ISDN-Plattform. Die am Anschluss vorhandene Bandbreite ist zu gering für einen Breitbandanschluss und lässt sich nicht über das Mobilfunknetz kompensieren“, erklärt Jodl.

Dies treffe insbesondere auf Anschlüsse zu, die sehr weit außerhalb von bebauten Ortschaften lägen und somit auch mehrere Kilometer vom nächsten Verteilerkasten entfernt seien. Die physikalische Dämpfung auf dem Kupferkabel sei über diese Entfernung zu groß und bremse die Datenübertragung zu stark aus. Hinzu komme, dass es Regionen in Deutschland gebe, in denen auch keiner der Wettbewerber ein Breitbandnetz ausgebaut habe.

Laut Jodl sei das IP-Netz die Basis für einen Vectoring- oder Glasfaseranschluss. Für das alte ISDN-Netz werde es hingegen immer schwieriger, Ersatzteile zu beschaffen, zudem liefen die Serviceverträge mit den Herstellern aus. „Ein sicherer Betrieb der alten ISDN-Plattform ist in der Zukunft nicht mehr möglich“, betont der Telekom-Sprecher. Geplant sei, die bisher genutzte Plattform für Internet-Verbindungen bis spätestens Ende 2019 zu erneuern und die bisher genutzte Telefonie-Plattform bis spätestens Ende 2020.

Die Telekom bedauere, „dass wir einigen wenigen Kunden auf den ersten Blick an ihrem Anschluss nicht dieselbe Leistung anbieten können wie gewohnt“. Für diese Kunden seien Optionen entwickelt worden, die neben der Telefonie auch die Leistungsmerkmale eines ISDN-Anschlusses auffangen. Parallel befinde sich die Telekom in Gesprächen mit einem Satellitenbetreiber, um den Kunden, denen auf Basis des IP-Netzes kein ausreichender Breitbandanschluss mehr geboten werden könne, einen reibungslosen Wechsel der Anschlusstechnologie zu ermöglichen.