Quarnebeck l Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Klötze, die aktuell 194 Mitglieder hat und auch die Gemarkungen Neuendorf, Nesenitz, Wenze und Quarnebeck umfasst, blickt optimistisch in die Zukunft. Im Quarnebecker Saal fand die Jahreshauptversammlung statt. Vorsitzender Friedrich Benecke berichtete, dass die Zusammenarbeit mit den Vertragspartnern 2017 auf dem gewohnt hohem Niveau erfolgt sei.

2017 seien 3425 Festmeter Holz auf einer Fläche von 52,1 Hektar eingeschlagen worden. Geplant waren 3310 Festmeter. Der FBG sei es gelungen, für die Waldbesitzer gute Preise zu erzielen. Außerdem, so teilte Benecke mit, hätten 2017 auf 9,8 Hektar Kulturpflege- sowie auf 1,7 Hektar Naturverjüngungsmaßnahmen stattgefunden. Walderneuerung sei auf 4,2 Hektar betrieben worden, geplant waren 300 Hektar mehr. 2018, so kündigte der Vorsitzende an, sollen 3100 Festmeter Holz eingeschlagen werden.

Schlechte Waldwege

Zudem kam Benecke auf die Waldwege zu sprechen, deren schlechter Zustand vielfach kritisiert werde. Aber: „Durch Bewirtschaftung und Witterung lässt es sich nicht vermeiden, dass die Wege stark in Mitleidenschaft gezogen werden.“ Außerdem sei die Schuldfrage nicht eindeutig zu beantworten. Neben den Holzfirmen könnten auch Landwirte zu den Verursachern gehören. Benecke versprach aber, dass der Vorstand das Thema im Blick behalten werde. Allein schon deshalb, weil gute Wege im allgemeinen Interesse seien, zum Beispiel dann, wenn etwas Schlimmes passiert und Rettungsfahrzeuge oder Feuerwehren den Unfall- beziehungsweise Brandort erreichen müssen.

Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, fügte hinzu, dass in puncto Waldwege demnächst ein Symposium stattfinden solle, bei dem alle Beteiligten - seien es nun Waldbesitzer, Feuerwehren, Rettungskräfte oder Landwirte - gemeinsam nach einer Lösung suchen wollen. Auch ein Jurist werde dabei sein.

Nachhaltige Bewirtschaftung

Des Weiteren ging Jachalke auf den Waldschutz ein. Speziell warnte er vor den Raupen der Forleule, die in Kiefernbeständen schwere Schäden bis hin zum Kahlfraß anrichten könnten. Zwischen Winterfeld und dem Heidau werde ein erhöhtes Vorkommen erwartet. „Ich will keine Panik verbreiten, aber dazu auffordern, wachsam zu sein“, rief Jachalke den Waldbesitzern zu. Bei Auffälligkeiten, die ab Mai auftreten könnten, sollte umgehend der Revierförster in Kenntnis gesetzt werden. Sollte eine größere Bekämpfungsmaßnahme erforderlich sein, dann würde das Land die Kosten übernehmen, wusste der Forstamtsleiter.

Eine weitere Aufgabe, der sich die FBG stellen will, ist es, die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften und dabei auch die Gesundheit, Vitalität und biologische Vielfalt der Flächen zu beachten. Wenn diese Kriterien erfüllt werden, dann kann man sich an der sogenannten PEFC-Zertifizierung, die diverse Standards festlegt, beteiligen.

Keine Beitragserhöhung

Ein entscheidender Vorteil, so wusste Marco Wille, sei es, dass zertifizierte Betriebe ihr Holz zu höheren Preisen vermarkten könnten, da die Abnehmer zunehmend dazu übergingen, nur noch zertifiziertes Holz aufzukaufen und zu verarbeiten. „Diese Chance“, so warb Wille um Zustimmung, „sollten wir nutzen“, um die FBG für die Zukunft fit zu machen. Bei vier Enthaltungen stimmte die Runde dafür, die PEFC-Zertifizierung anzuschieben. Eine Erhöhung der Beiträge gehe damit nicht einher, hieß es. Abschließend wies Horst Kamieth noch darauf hin, dass die diesjährige Exkursion der Forstbetriebsgemeinschaft Klötze am 15. September zum Erntedankfest mit Forstausstellung in den Magdeburger Elbauenpark führen soll. Anmeldungen würden bis zum 15. Juni erbeten.