Klötze l Forstwirt-Lehrling Lukas Wille setzte am Donnerstag gemeinsam mit seinem Azubi-Kollegen Felix Gäbel im Wald bei Quarnebeck den Spaten an. Und das unter erschwerten Bedingungen. Denn der Schneefall der vergangenen Tage hat die Kiefernwälder zwischen Klötze und Quarnebeck in ein weißes Kleid gehüllt, was die alljährliche Winterbodensuche erschwert. Denn die vier Auszubildenden des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark tragen gemeinsam mit ihrem Ausbilder Stephan Miehe Bodenproben von jeweils zehn verschiedenen Kiefernbäumen auf einer Fläche bis zu 200 Hektar ab.

Sinn und Zweck der jährlichen Aktion, so Andreas Rechzygier vom Betreuungsforstamt, ist das rechtzeitige Erkennen einer Massenvermehrung der Kieferngroßschädlinge. Dabei handelt es sich um die Arten Kiefernspanner, Kiefernspinner, Forleule und Kieferbuschhornblattwespe.

Eigentlich läuft die Suche nach den Schädlingen in den Wäldern von Ende November bis Ende Januar. Allerdings, so Andreas Rechzygier, darf die Suche nicht vor den ersten starken Frösten beginnen, da diese Voraussetzung für das Abbaumen (Verlassen des Baumes) der Raupe des Kiefernspanners sind. In diesem Jahr hätten sich die Voraussetzungen durch den Wintereinbruch mit Schneefall etwas verzögert. Und nach Möglichkeit sollte auch schneefreies, mildes und trockenes Wetter Voraussetzung für die Bodensuche sein. Das ist in diesem Jahr nicht ganz der Fall.

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Für die Bodensuche wird auf einer Fläche von etwa 0,5 Quadratmetern direkt an einem 30 bis 70-jährigen Kiefernbaum bis zum Mineralgemisch Erde abgetragen und in Plastiksäcken verpackt.

Untersuchung in einem Göttinger Labor

Im Anschluss wird in den Räumen des Betreuungsforstamtes der Waldboden von Mitarbeitern nach den Schädlingen durchsucht. Die gefundenen Insekten und Käfer kommen in eine kleine Pappschachtel und werden dem jeweiligen Waldgebiet zugeordnet. Eine spezielle Untersuchung der jeweiligen Arten erfolgt dann in einem Göttinger Labor. Andreas Rechzygier erwartet noch in der ersten Jahreshälfte die Ergebnisse der Untersuchungen und hofft, wie in den vergangenen Jahren, dass der Schwellenwert nicht überschritten wird. Der lag seit 2017 im Gebiet des Forstamtes unter den markanten Zahlen. Sollte er dennoch die rote Linie überschreiten, erfolgt eine nochmalige Untersuchung. Notfalls müssen die Schädlinge in den entsprechenden Gebieten dann chemisch behandelt werden. Alles zum Schutz der ohnehin schon belasteten Wälder in einigen Landesteilen.

Die Winterbodensuche hat auch gezeigt, dass in den Wäldern ein hohe Trockenheit herrscht. Denn die Erde wird bis zur oberen Mineralschicht abgetragen. Aus diesem Grund sind die Forstwirte und Förster über den Schneefall der vergangenen Tage erfreut und hoffen, dass die angekündigte weiße Pracht auch am Wochenende vom Himmel fällt. „Der Schnee bleibt liegen, beim Abtauen zieht das Wasser langsam in die Böden ein. Das ist gut für die Kiefernwälder“, betonten Andreas Rechzygier und Stephan Miehe übereinstimmend.