Schwiesau/Neuferchau l Strahlender Sonnenschein Donnerstagnachmittag an der Wassertretstelle in Schwiesau. Und das gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen zeigte sich das Sommerwetter einmal mehr von seiner besten Seite. Außerdem hatten es sich die Frauen des Seniorenclubs „Sonnenschein“ aus Neuferchau an den rustikalen Tischen für ihr Picknick so richtig gemütlich gemacht. „Wir treffen uns jeden dritten Donnerstag im Monat“, erklärte die Clubchefin Heidelore Hanner. In Abarbeitung des Jahresplanes sei wie in den Jahren zuvor der Besuch der Wassertretstelle an der Reihe gewesen. Eigentlich hätte der Ausflug nach Schwiesau schon im Juni stattfinden sollen, war aber wegen Regens verschoben worden. „Unsere Männer haben gesagt, da können wir auch zu Hause Wasser treten“, erzählte eine Frau lachend.

Donnerstag stimmte nun alles, 26 der 30 Club-Senioren packten ihre Picknickkörbe und fuhren in Fahrgemeinschaften zum Schwiesauer Kleinod.

Neulinge zum ersten Mal dabei

Heidelore Hanner und einige weitere Frauen waren das erste Mal dabei, da sie als „Neu-Rentner“ erst in diesem Jahr Clubmitglieder geworden sind. Dabei geht die Vorsitzende selbst sogar noch arbeiten, erst Ende dieses Jahres werde die 63-Jährige – damit ist sie das jüngste Clubmitglied – in den Ruhestand gehen, verriet sie.

Schon ziemlich oft hat hingegen Adele Wapenhans den Ausflug nach Schwiesau mitgemacht. Mit 91 Jahren ist sie die Älteste in der geselligen Runde, kam mit Eintritt ins Rentenalter wenige Jahre nach der Gründung des Seniorenclubs im Jahr 1985 dazu. „Unsere Ausflüge sind immer schön“, erklärte sie.

Bevor es ans Wassertreten ging, wurden die Picknickkörbe ausgepackt. „Das Brot ist vom Bäcker in Kusey.“ „Die Wurst vom Fleischer aus Trippigleben.“ „Die Marmelade haben wir selbst gemacht.“ „Wir setzen auf Regionalität!“, erzählten die Frauen nacheinander und auch, dass der Käse „selbst gekauft“ und die beiliegenden Gurken und anderes Gemüse zum Teil selbst geerntet oder zumindest selbst zu Appetithäppchen geschnitten worden waren. Und während sich alle Kaffee, Wasser und die herzhaften Brote schmecken ließen, berichtete Heidelore Hanner ein bisschen aus dem Leben von Pfarrer Sebastian Kneipp, dem Begründer des Wassertretens.

Wenig später wurden dann die Handtücher geschnappt, die Schuhe ausgezogen und tüchtig durchs kalte Nass gestapft. Wobei den Damen auffiel, „dass das Wasser dieses Mal nicht so tief ist, wie in den anderen Jahren“.

Bevor es am Nachmittag und nach einer erneuten Stärkung wieder nach Neuferchau ging, gab es noch einen Ausblick auf die nächsten Zusammenkünfte. So steht im nächsten Monat das Treffen mit den Kuseyer Senioren in Kusey und im Oktober das traditionelle Pellkartoffelessen an. Eine Dame verriet auch schon, welche Sorte der Erdknollen sie dabei auf den Tisch bringen wolle: die „Goldmarie“. Da können schon jetzt alle ziemlich gespannt sein.