Klötze l Fest in Frauenhand war der Klötzer Altmarksaal am Donnerstagabend. Die Herren der Schöpfung waren eher selten zu sehen – und dann schlüpften sie nicht selten in Kleider und Röcke. Kein Wunder, immerhin wurde Weiberfastnacht gefeiert.

Eingeladen hatte zu dem bunten Treiben der Klötzer Karnevalsverein. Um der Damenwelt einen unvergesslichen Abend zu bieten, hatten die Jecken ein rund dreistündiges Programm vorbereitet. Insgesamt 22 Auftritte und Einlagen wurden präsentiert. Was die weiblichen Zuschauer da zu sehen bekamen, gefiel ihnen so gut, dass sie häufig eine Zugabe forderten.

Elfte Ausgabe

Als gänzlich unbegründet erwies sich somit die Sorge des Vorsitzenden Andreas Kipp und dessen Stellvertreter Marco Müller, die bei der Begrüßung des Publikums darüber grübelten, ob die Leute überhaupt noch ein Programm zur Weiberfastnacht sehen wollen. Immerhin werde sie ja schon seit elf Jahren gefeiert. Ja, sie wollen es sehen. Daran bestand schon nach den ersten Minuten kein Zweifel mehr. Denn da kochte bereits die Stimmung im vollbesetzten Altmarksaal. „Der dritte Teil von Fifty Shades of Grey ist nichts gegen unsere Veranstaltung“, stellte „Sexy Lexy“, die im goldenen Kleid und mit reichlich Witz durch den Abend führte, gleich zu Beginn klar.

Gelogen war das nicht. Freizügig und ausgelassen ging es zu, als die einzelnen Gruppen ihre Auftritte absolvierten. Da war der Elferrat, der Stück für Stück seine Schulmädchen-Uniformen fallen ließ, bis nichts weiter als knallrote Unterhosen und weiße Strümpfe übrig waren. Die Prinzengarde ging in geblümten Badeanzügen beim Synchronschwimmen auf Tauchstation, flotte Omis tanzten mit Haarnetzen auf dem Kopf durch den Saal und auch Superman hatte sich Zeit für einen Besuch in Klötze genommen.

Vor die Bühne gesetzt

Etwas die Orientierung verloren hatten die Wildecker Herzbuben, die eigentlich auf dem Weg nach Köln waren. In der Altmark versagte ihr Navi. Wo sie nun schon mal in Klötze waren, blieben sie, um ihre weiblichen Fans mit Rosen und Küsschen zu versorgen. Geboten wurden aber noch weitere Stars: Heino, Howard Carpendale und Miley Cyrus gaben ihre großen Hits zum Besten.

Doch nicht nur die Jecken hatten sich verkleidet, sondern auch die Gäste. So war der Saal von Indianern, Zombies, Hexen und Prinzessinnen bevölkert. Ihren großen Auftritt hatten die Damen, als in der Mitte des Programms das Lied Aloha Heja He gespielt wurde. Fast alle verließen ihre Plätze und setzten sich vor die Bühne, wo sie sich in langen Reihen zur Musik bewegten. Nach drei Stunden war längst nicht Schluss: Da eroberten die Frauen die Tanzfläche.