Klötze l Ein reger Verkehr herrschte am Sonnabendvormittag im Wald bei Klötze. Immer wieder fuhren Autos zum Forsthaus Döllnitz oder kamen von dort. Dietmar Schulze, Revierleiter im Landesforstrevier Klötze, und seine Mitarbeiter verkauften dort Weihnachtsbäume. Die meisten Leute sägten sich ihren Baum selber ab, bei Bedarf halfen auch die Forstarbeiter.

An einem wärmenden Feuer hatten sich drei Klötzer Jagdhornbläser aufgestellt. Passend zum Wald, sorgten sie für eine adventliche und auch jagdliche Atmosphäre. Zum gemütlichen Teil trugen ebenso der heiße Glühwein sowie selbstgemachte Bratwurst vom Grill bei. Doch im Mittelpunkt standen die Weihnachtsbäume.

„Hauptsächlich werden Nordmanntannen ausgesucht“, wusste Dietmar Schulze zu berichten, „dazu fünf Prozent Küstentanne und ein Prozent Fichte.“

TV-Sender berichtet

Kurzfristig hatte sich ein Fernsehsender angekündigt, um über das Angebot des Forstamtes zu berichten. Seit 2006 bieten die Forstmitarbeiter alljährlich in der Adventszeit diese Möglichkeit. „Wir sind im 13. Jahr“, schätzte Dietmar Schulze. „Wir versuchen, das aufrechtzuerhalten und in den Produktionsprozess einzubinden.“ Schließlich sei immer sehr viel zu tun.

Zirka 1000 Bäume stehen auf dem kleinen Areal, wo sich jeder sein persönliches Schmuckstück aussuchen kann. Jedes Jahr wird aufgestockt und der „Verlust“ durch den Verkauf ausgeglichen. Dietmar Schulze fand es erstaunlich, dass trotz der Trockenheit in diesem Jahr die Nordmanntannen im Döllnitz eine gute Qualität aufweisen – entgegen dem Trend in anderen Regionen. Das ist wohl mit ein Grund dafür, dass die Bäume aus Klötze nicht nur in den Gemeinden des Altmarkkreises sehr gefragt sind, sondern auch in Magdeburg.

100 Stück der Klötzer Bäume verschönern in jedem Jahr im Durchschnitt das Weihnachtsfest. Sie brauchen rund zehn Jahre, bis sie schlagreif sind. Doch wie sollten die künftigen Festbäume bis Heilig Abend aufbewahrt werden? Dietmar Schulze gab einige Hinweise. Er sagt, die Nordmanntannen sind wegen ihrer kräftigen Farbe und der stabilen Äste sehr beliebt. Bis kurz vor dem Fest sollten sie wenn möglich draußen kühl stehen. Dabei sollten sie nicht dem Wind ausgesetzt sein. So können sie gut einige Wochen ohne Wasser auskommen. Stehen sie im Zimmer, kann man den Nordmanntannen etwas Wasser geben, andere Arten müssen Wasser bekommen, damit sie ihre Nadeln nicht verlieren.

Einen schönen Baum suchten auch Brigitte und Peter Landsmann aus. Sie hatten den vierjährigen Enkel Hugo Quickenstedt aus Jübar dabei. „Wir holen hier jedes Jahr unseren Baum“, sagten sie.