Kritik an der Stadt

Wut der Klötzer auf die Stadtverwaltung wegen geschlossener Freibäder nimmt zu

Die Kritik an der Stadtverwaltung nimmt zu. Immer mehr Klötzer fragen, warum ihr Waldbad noch nicht geöffnet ist. Vergleiche zu hausgemachten Problemen im vergangenen Jahr werden gezogen.

Das Schwimmer-Becken des Klötzer Waldbades war am Freitagvormittag  gefüllt, das Wasser wirkt aus der Ferne betrachtet aber schmutzig.
Das Schwimmer-Becken des Klötzer Waldbades war am Freitagvormittag gefüllt, das Wasser wirkt aus der Ferne betrachtet aber schmutzig. Foto: Tobias Roitsch

Neuferchau/Klötze - Von Tobias Roitsch

Die Sonne lacht, das Thermometer zeigt sommerliche Temperaturen an, nur das Klötzer Waldbad ist geschlossen: Dass die Saison in der Freizeiteinrichtung im Juni noch nicht begonnen hat, sorgte während der jüngsten Sitzung des Klötzer Stadtrates im Neuferchauer Saal für Kritik.

Da war noch nicht klar, dass das Angebot eines Einwohners in die Tat umgesetzt wird. Der Klötzer Lothar Seiffert hatte sich bereiterklärt, 3000 Euro für Wasser aus einem Hydranten zu bezahlen, um damit das große Schwimmer-Becken zu befüllen. Die Aktion ist mittlerweile beendet (Volksstimme berichtete). Das Becken war am Freitagvormittag voll, das Bad aber geschlossen.

„Vor einem Jahr hatten wir eine ähnliche Situation im Waldbad“, erinnerte Jörg Kägebein (SPD) im Stadtrat und fragte in Richtung der Verwaltung: „Wie kann das angehen?“ Es sei nicht die gleiche Situation wie 2020, entgegnete Matthias Reps als stellvertretender Bürgermeister der Einheitsgemeinde. Nach 31 Jahren befinde sich das Bad in einem maroden Zustand. „In den letzten Jahren wurde versäumt, in die Becken zu investieren“, sagte Reps. Die Halbwertszeit sei überschritten. Außerdem habe man in diesem Jahr auf eine Zusage für Fördermittel aus dem Leader-Programm gewartet, um mit geplanten Sanierungsmaßnahmen beginnen zu können. Das klappte nicht. Schließlich sei das Bad dann für die Eröffnung hergerichtet worden.

Einen konkreten Termin, wann das Waldbad im Sommer öffnen wird, wollte neben dem Vorsitzenden des Stadtrates, Klaus Ewertowski (CDU), auch ein Einwohner in der Fragestunde hören. Wie soll es weitergehen?, fragte der Einwohner in die Runde. Und wer trägt die Verantwortung? Schließlich würden der Stadt Klötze doch Einnahmen verloren gehen, während weiter Kosten für das Bad anfallen. Wer in der Wirtschaft solche Versäumnisse zulasse, müsste seinen Hut nehmen, fand der Mann deutliche Worte. Wie er berichtete, habe es persönliche Briefe an den Bürgermeister zum Thema Bad gegeben. Einen habe er selbst verfasst, jedoch keine Antwort erhalten.

Andere Einrichtungen sind gut besucht

Deutliche Worte fand bei der Zusammenkunft auch der spendable Klötzer, Lothar Seiffert, dessen Angebot die Stadt gleich am Tag nach der Sitzung annahm. In der Einwohnerfragestunde gab er zu bedenken, dass nicht einmal Schüler das Bad nutzen könnten. Das Beetzendorfer Bad sei hingegen voll mit Gästen, berichtete Seiffert. An die Mitglieder des Stadtrates gerichtet, fragte er, wie lange sie sich das noch gefallen lassen wollen. Sie müssten sich doch den Fragen der Bürger stellen, ohne sie beantworten zu können. „Das geht auf Ihre Kappe“, so Seiffert.