Klötze l Noch vor wenigen Jahren waren jährliche Einwohnerverluste über 100 Personen in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze keine Seltenheit. Betrachtet man die aktuellen Zahlen aus dem Klötzer Rathaus, scheint der freie Fall beim Einwohnerschwund zumindest temporär vorbei zu sein. Mit dem Stichtag 31. Dezember 2018 hatten in der Einheitsgemeinde 10.298 Einwohner ihren Hauptwohnsitz. Im Vergleich zum 30. Juni 2018 sank deren Anzahl nur um 23, das entspricht minus 0,2 Prozent. Aufgeteilt nach Geschlechtern waren in diesem Zeitraum 5109 Männer und 5189 Frauen registriert. Mehr Geschlechter gibt die Statistik in Klötze noch nicht her.

Auf den zweiten Blick ergeben sich zum Teil erhebliche Unterschiede in der Entwicklung der Bevölkerungszahlen. Sie reichen vom anhaltenden Negativtrend bis zum überraschenden Zuwachs.

Kernstadt verlor nur sieben Bewohner

In der Kernstadt Klötze lebten zum Jahreswechsel 4748 Einwohner mit einem Hauptwohnsitz, 2304 Männer und 2444 Frauen. Das bedeutet ein Minus von 7 oder 0,14 Prozent innerhalb der vergangenen sechs Monate.

Gemessen an der Einwohnerzahl verzeichnete der Ortsteil Steimke mit den größten Rückgang: Die Zahl der Einwohner verringerte sich von 415 auf 406 (-2,2 Prozent). Prozentual gesehen kehrten in Trippigleben mit -2,6 Prozent oder minus vier noch mehr Einwohner ihrer Heimat den Rücken. Sogar ein Minus von 2,68 Prozent war es mit ebenfalls vier Einwohnern weniger in Neuendorf. Je weniger Menschen in einem Ort wohnen, desto stärker schlägt eine sinkende Einwohnerzahl prozentual zu Buche. Deshalb muss der kleine Ort Röwitz bei drei Einwohnern weniger mit einem Minus von 1,8 Prozent leben.

Einige Ortsteile der Einheitsgemeinde kamen bei der Entwicklung der Einwohnerzahlen mit einer schwarzen Null glimpflich davon. Dazu zählen Altferchau (33), Dönitz (43) und Ristedt (124).

Andere dagegen glänzten mit einem angenehmen Plus. Ganz oben auf der Liste der Ortsteile mit einer positiven Bevölkerungsentwicklung steht Neuferchau. Sechs Neubürger konnten in dem Ort begrüßt werden während der vergangenen sechs Monate. Das entspricht einem Spitzenwert beim Zuwachs in der Einheitsgemeinde von 1,7 Prozent.

Ebenfalls freuen über einen Bevölkerungszuwachs können sich die Immekather. Fünf Mitbewohner konnten sie in dem Vergleichszeitraum hinzugewinnen. Das entspricht einem Plus von 0,93 Prozent.

Eine positive Bilanz gab es beispielsweise auch für das kleine Schwiesau. Vier zusätzliche Einwohner schlagen dort unter dem Strich zu Buche. Das entspricht dort einem Plus von 1,2 Prozent.

Realität schlägt die Prognose

Weil das kleine Rappin nur insgesamt 35 Einwohner hat, löst der eine zusätzliche Bewohner aus den vergangenen sechs Monaten ein Plus von 2,8 Prozent aus.

Damit liegt die Einheitsgemeinde Klötze im allgemeinden Trend der Bevölkerungsentwicklung in der Altmark und auch im Land Sachsen-Anhalt insgesamt. Allerdings entspricht die Realität der Einwohnerzahlen in der Einheitsgemeinde keinesfalls den Prognosen. Im Gegenteil. Zum Beispiel stellte das Statistische Landesamt von Sachsen-Anhalt viel höhere Verluste an Einwohnern in Aussicht. Die hochgerechneten Zahlen zeichnen ein weitaus dramatischeres Szenario.

Für Ende 2018 hatte das Landesamt nur noch 10.097 Einwohner für die Einheitsgemeinde prognostiziert. Tatsächlich sind es noch 10.298 Einwohner. Den Fall der 10.000er-Marke kündigte das Amt bis Ende 2019 an. Bleibt es bei dem moderaten Rückgang, wie er in den vergangenen Jahren eintrat, dürfte die Einwohnerzahl in der gesamten Stadt noch eine Weile länger über der Grenze von 10.000 Einwohnern liegen als prognostiziert.