Gladigau l Seit 1952 gibt es das Fest, das Jung und Alt zusammenführt. Günter Preuß (74), der in diesem Jahr mit Bernd Lamprecht (71) in die Zielgerade einlief, erinnert sich sogar daran, dass früher eine der Strecken zu Pferde zurückgelegt werden sollte. Bis ein Unfall passierte. Seitdem gehören zur Gruppenstafette 17 Positionen und 18 Teilnehmer pro Team: Laufen, Radfahren, Paddeln, zum Schluss Feuerwehreinsatz, Ballrollen, Sackhüpfen gilt es zu meistern. Traditionell gehören Bürgermeister, Feuerwehr, Vereine, Kindergarten und Rentner zu den Mitstreitern. Die Zeiten, in denen sich zahlreiche Nachbardörfer beteiligten, seien zwar vorbei, aber immerhin kam ein Herausforderer aus Rönnebeck und Flessau zusammen, der die benötigten 18 Leute für ein Team stellen konnte. Die Kinder, verriet der Vereinsvorsitzende Achim Henning, sprechen ihn von selber an, um dabei zu sein.

Kaum hatte Vorstandsmitglied Torsten alias „Kalle“ Dirk die Klappe geschlagen, sausten die Läufer und teilweise auch die Zuschauer los. Keine zwölf Minuten später spazierte der Gladigauer Günter Preuß schmunzelnd mit dem Biertablett über den Sportplatz, wenige Meter dahinter sein Konkurrent Bernd Lamprecht. Im vergangenen Jahr stellten die Zwei sogar zeitgleich ihr Tablett auf den Siegertisch – die Herren nehmen den Wettkampf mit Humor.

Auf den Jubel folgten Fußball- und Volleyballturnier. Der Späninger Nils Michael, der seine Fußballschuhe längst ausgezogen hat, aber jetzt mitmischen wollte, hatte Glück: Seit dem letzten Jahr hängen die Gladigauer ihre Schuhe ins Netz, wenn sie sie nicht mehr brauchen. Ein Griff, und schon konnte Michael mitspielen. „Etwas porös“, kommentierte er grinsend. Auch Rossauer, Kreveser, Gladigauer Oldies und Profis freuten sich auf ein spannendes Turnier. „Die Männermannschaft konnte in dieser Saison den Klassenhalt sichern. Immerhin. Wir spielen in der Kreisoberliga“, informierte Henning, „aber wir sind auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer.“

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Drei Jahre macht „Kalle“ schon den Job, der kein leichter ist, aber auch sehr viel Freude bereitet. „Wir haben hier eine tolle Mannschaft, ein tolles Umfeld, ideale Bedingungen - alles stimmt “, machte der Vereinsvorsitzende Werbung für seinen Verein. Der im übrigen nicht nur eine Fußballabteilung hat, wie Henning betont: 14 Teilnehmerinnen zählt die Frauengruppe, die montags Fahrrad fährt, im Herbst walken und im Winter bowlen geht. Beate Henning stieg als Zwanzigjährige ein und berät mit ihrem Mann gern die lange Fahrradroute für den Sommer. Anja Fenzl ist mit 29 Jahren die Jüngste in der Runde. Elke Fuhrmann, die als Berlinerin in diesem Jahr vor lauter Freude über den Aufstieg von Union Berlin in die Bundesliga einen Fußballkuchen für das Dorf ihres Lebensgefährten backte, hat auch längst einen Narren an Gladigau gefressen.