Staßfurt l In St. Johannis ist es richtig adventlich. Am großen Kranz brennen drei Kerzen, der Stern schwebt hoch oben in der Apsis. Und Pfarrer Cornelius Werner ermuntert die Besucher des Leopoldshaller Adventszaubers, den Raum zu erkunden. Mit den Ohren, wenn die wunderbare Musik der Chöre und Instrumentalisten erklingt. Mit dem Herzen, um Besinnung und Ruhe zu finden. Aber auch suchend. „Denn irgendwo sind Geschenke versteckt“, sagt der Pfarrer.

An einer Emporentreppe werden die Besucher fündig. Fast bist nach oben stapeln sich die Pakete. Bunt eingepackte Geschenke, große und kleine. Über allem weist ein Schild auf die Aktion hin, Kunstlehrerin Sybille Hunger vom Gymnasium hat es gestaltet. „Wichtelpakete“ sind hier angekündigt. „Das ist eine Premiere“, sagt Margit Nicolaus vom Gemeindekirchenrat. Die Gruppe hatte die Idee, die Geschenke zu packen. Nach dem Adventszauber des vergangenen Jahres kam der Gedanke auf, man hat darüber gesprochen, wie alles umzusetzen sei. Zwei Monate hat die konkrete Vorbereitung dann gedauert, berichtet Margit Nicolaus. Wie beim Wichteln weiß niemand von den Bedachten, was sich in den Päckchen befindet. „Wir haben ein wenig rum geschaut, was wir entbehren können. Einige Dinge wurden auch neu gekauft. Es gab auch einige Spenden. Aber alle Sachen sind neu“, sagt Margit Nicolaus. Auf stolze 80 Päckchen ist der fleißige neunköpfige Gemeindekirchenrat gekommen. Die Besucher konnten die Geschenke für jeweils 2 Euro erwerben. Vom Geld sollen die Kinder profitieren, nämlich die jungen Sänger des Kinderchores der Kirchengemeinde. Sie fahren regelmäßig eine Woche in das Chorlager nach Gernrode. Die Anhaltische Landeskirche bietet dort immer wieder spezielle musikalische Angebote für Kinder an. „Der Gemeindekirchenrat hat die Fahrten bisher auch bezuschusst. Mit dem Geld aus der Wichtelaktion wollen wir einen Beitrag dafür leisten.“

Die Idee hat funktioniert. Der Andrang an der Geschenketreppe den gesamten Nachmittag uneingeschränkt groß. Wie auf den Adventszauber insgesamt. Peter Wassermann berichtet, dass die Veranstaltung einst als kleiner Weihnachtsmarkt für Leopoldshall gedacht war und man so auch startete. Der leider verstorbene Klaus-Dieter Pusch und der Gewerbeverein waren gewissermaßen Geburtshelfer für den Adventszauber. Am Grundprinzip hat sich nichts geändert. „Es gibt immer zehn bis zwölf Buden. Sie stehen im Halbrund an einer Kirchenseite. Wir wollen das gar nicht über den gesamten Platz ziehen. Die Leute sollen sich begegnen, sich sehen“, sagt Peter Wassermann. In den Ständen werden Gaumen- und künstlerische Sinnesfreuden geboten. Die Stiftung Staßfurter Waisenhaus und der Real-Markt erweisen sich als großzügige Sponsoren. So müssen nicht extra Standgebühren genommen werden.

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Zum Weihnachtsmarkt gehört aber auch die Kirche, die ein bisschen wie schützend über den kleinen Buden steht. Zum dritten Advent gab es immer größere Musiken in St. Johannis, berichtet Peter Wassermann. Die Musik spielt auch beim Adventszauber weiterhin eine Rolle. „Die Kirche ist als Raum offen. Die Kinder können basteln. Man kann Musik hören, sich besinnen, sich auf das bevorstehende Fest einstimmen.“ Am Wochenende sangen und spielten der Chor der Uhland-Grundschule, die Gitarrengruppe der Musikschule Telge, das Salzland Akkordeonorchester, der Salzland Frauenchor und der Staßfurter Männerchor.

Alles hat gepasst. Das findet auch Pfarrer Cornelius Werner, der sich und allen wünschte, dass man gemeinsam den dritten Advent feiert in der Vorfreude auf die kommenden Tage.