Altstadt (kt) l In der Reihe „Magdeburg-Geschichte(n)“ der Stadtbibliothek stellt Johannes-Michael Worbs am heutigen Mittwoch, 8. Juli, seinen Roman „Deckname Carola“, Untertitel „abgeworben – geführt – enttarnt“, vor. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr im Lesecafé Eselsohr.

Die Handlung setzt in der Vorwendezeit ein. Eigentlich wollte die Schülerin Kirsten mit ihrer Freundin ins Kino gehen, aber an diesem Februartag 1989 wird sie nach der letzten Schulstunde unerwartet ins Zimmer des Direktors bestellt. Zu ihrer Überraschung begrüßt sie dort ein unbekannter Mann, der sich als Hauptmann der Staatssicherheit vorstellt. Nach und nach gerät sie auch in eine intime Abhängigkeit zu ihrem Führungsoffizier, der dadurch skrupellos ihre IM-Tätigkeit steuert. Kirsten soll neue Methoden in der operativen Psychologie testen. „Carola“, so ihr Deckname, wird angesetzt auf Mitschüler, Lehrer und vor allem auf einen Magdeburger Oberschülerkreis der Evangelischen Kirche. Nach dem Zusammenbruch der DDR wird ihre Tätigkeit bekannt. Von nun an umschließt sie eine Mauer der Ablehnung und des Schweigens.

Der in Magdeburg lebende Autor Johannes-Michael Worbs wurde 1949 in Schwarzheide/Niederlausitz geboren. Nach dem Studium der Theologie in Jena war er Pfarrer im Kirchenkreis Stendal und Halberstadt. Von 1991 bis 2009 wirkte er als Studienleiter und Dozent für Kirchengeschichte im Kirchlichen Fernunterricht und ist nun im Ruhestand.