Fermersleben l „Wie am Sonntag hätte das Wetter eigentlich das ganze Wochenende sein sollen“, sagt Toni Beneke von „De Machteburjers“, den Drachenbootfahrern des Wassersportvereins Buckau Fermersleben. Auf dem Hausgewässer, dem Salbker See II, sind am Wochenende die Drachenboote zu ihrem 15. Festival in Magdeburg in den See gestochen. Wegen der stürmischen Böen am Sonnabend mussten die Läufe für die 200-Meter-Strecke aber vorzeitig abgebrochen werden. Die ebenfalls für den Abend angesetzten 1000-Meter-Läufe wurden auf den Sonntagmorgen verschoben.

Der Stimmung tat dies kaum einen Abbruch: Am Samstagabend wurde kräftig gefeiert, und in den Stunden zuvor hatten sich die Teams, die nicht gerade mit einem Lauf an der Reihe waren, gemeinsam mit den Besuchern an Kaltgetränken und Gegrilltem gütlich getan. Nur, als dann die Windböen immer stärker wurden, mussten die sommerlich leichten Pavillons abgebaut werden. Stehen blieben nur die stabilen Zelte.

„Wir sind jetzt zum zweiten Mal hier und habe

Sieger im Bereich der Fun-Teams sind auf der 200-Meter-Strecke die Tui Draxx aus Hannover. Kapitän Arne Doppelfeld berichtet: „Wir sind jetzt zum zweiten Mal hier und haben gewonnen – was will man mehr?“ Nach Magdeburg sind sie aus der „schönsten Stadt der Welt“ gekommen, da sie den Tipp dazu von anderen Drachbootfahrern bekommen haben. Und, lohnt sich die Fahrt über den Salbker See II tatsächlich? „Auf dem See kann man recht schnell fahren, wahrscheinlich ist er im Vergleich zu anderen Drachenbootstrecken recht tief“, sagt Arne Doppelfeld.

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Auch wenn die Hannoveraner im Bereich der Fun-Teams mitfahren, bei jenen also, die am wenigsten von allen das Thema Drachenboot-Fahren mit dem Begriff Leistungssport in Verbindung bringen, sind sie doch nicht so ganz unerfahren: Sie sind bereits in Hannover ins Boot gestiegen und haben ihren Drachen auch schon in Minden und in Hamburg steigen lassen.

Ebenfalls im Bereich der Funboote ist eine Truppe aus Beyendorf-Sohlen gestartet. Bootssprecherin ist Anja Maahs, und sie berichtet: „Wir sind seit 2012 mit dabei. Und das Besondere: Wir lassen uns von keiner Firma unterstützen, holen uns nicht eigens aktive Sportler dazu, trainieren nicht unzählige Male zuvor und zahlen alles aus der eigenen Tasche.“ Unterstützer der „Sülzemäuse“ ist immerhin der Heimatverein des Dorfs. Grundsatz der Truppe aus dem Süden der Landeshauptstadt: Mitmachen dürfen nur Freunde und Bekannte. Auf den Geschmack gekommen waren die Beyendorfer und Sohlener, als einige von ihnen vorher bei einem befreundeten Team mit an den Start gegangen waren.

Auch wenn der Sturm den Salbker See II und damit auch den Veranstaltungsplan kräftig durcheinandergewirbelt hat, können die Organisatoren zufrieden sein: Mit den 35 Mannschaften, die für die regulären Rennen zum Paddel griffen, wurde seit mehreren Jahren wieder ein Spitzenwert bei den Teilnehmerzahlen erreicht.

Und auch die fünf Teams für das Benefizrennen sind Rekord. Wenngleich es dieses zugegebenermaßen im vergangenen Jahr zum ersten Mal gegeben hat. Vom Rennen profitieren wird die Eltern AG, eine gemeinnützige Gesellschaft aus Magdeburg.

Sie hat ein Programm entwickelt, mit dem Menschen ausgebildet werden zu helfen, wenn Familien mit Kindern in schwierige Lebenslagen geraten sind. Sprecherin Linda Wolf sagt: „Statt Startgelder haben die Benefizteams gespendet. Zudem haben wir zwischendurch bei den Besuchern Spenden gesammelt. Insgesamt sind damit mehr als 15 000 Euro zusammengekommen.“ Dies, so die Mitstreiterin der Eltern AG, habe man sich vorher kaum zu erträumen gewagt. Mit diesem Geld können voraussichtlich drei Schulungen in unterschiedlichen deutschen Städten ausgerichtet werden, in denen zum Beispiel den Mitarbeitern von mildtätigen Organisationen die Ideen und Arbeitsweisen der Magdeburger nahe gebracht werden.

„Trotz aller Schwierigkeiten hat es sich auf

Toni Beneke sagt als Organisator nach dem Festival: „Trotz aller Schwierigkeiten hat es sich auf jeden Fall gelohnt.“ Mit dem Rückenwind der guten Teilnehmerzahlen stehen die Zeichen damit gut für die Fortsetzung im kommenden Jahr.

Ein Blick auf die Ergebnisliste zeigt übrigens, dass das Magdeburger Drachenboot-Festival weit über die Grenzen der Stadt hinaus bedeutsam ist: So haben die Dresden Bulls im Bereich Sport sowohl die 500- als auch die 1000-Meter-Strecke gewonnen. Im Premiumbereich setzte sich das Team Mushu1 ebenfalls in den beiden Distanzen an die Spitze. Im Bereich Fun lagen neben den Tui Draxx aus Hannover auf der 200-Meter-Strecke die Teams 0KommaNix, Geiseltaler und Chemie auf der 1000-Meter-Strecke vorn. Im Premiumbereich auf der 200-Meter -Strecke haben sich die Wannsea Dragons aus Berlin durchgesetzt, im Sportbereich die Canoe Rats aus Hameln.

Da übrigens die 200-Meter-Rennen wegen des Sturms am Sonnabend abgebrochen wurden, wurden zwar die Sieger und Bestplatzierten zu diesem Zeitpunkt offiziell gewertet. Alle anderen bekamen aber aufgrund der noch nicht zu Ende geführten Gesamtwertung einen vierten Platz zugesprochen.

Lesen Sie weitere Ergebnisse in einer der kommenden Ausgaben auf den Seiten von „Magdeburger Sport“ in der Volksstimme.