Altstadt l Die Stadtverwaltung hat den vielfach kritisierten Umbau des Domplatzes und die daraus folgende Nutzung verteidigt. Auf Anfrage des Stadtrates Michael Hoffmann beantwortete die Verwaltung einen Fragenkatalog. Dabei geht es unter anderem um die Gerüchte über eine Ungleichbehandlung von Pächtern des Domplatzes. So müssten angeblich das Theater und andere städtische Nutzer die Platzgebühren nicht zahlen, während kommerzielle Anbieter zur Kasse gebeten würden.

Beigeordneter Holger Platz bestätigte die Ausnahmeregeln für kommunale Nutzer und verteidigte zugleich die Praxis. Da hinter dem Kaiser-Otto-Fest oder dem Theater als Eigenbetrieb ohnehin die Stadtverwaltung stehe und die Veranstaltungen von ihr mitfinanziert werden, würde sich bei einer Gebührenerhebung der städtische Finanzierungsbeitrag genau um jene Gebühren erhöhen. Sofern jedoch gewerbliche Anbieter den Platz nutzen, fallen auch Gebühren an, so Platz. Für 2015 habe man vom Schlagerolymp, dem Töpfermarkt oder einem Aktionstag einer Wohnungsgenossenschaft Sondernutzungsgebühren von rund 1500 Euro insgesamt einnehmen können.

Rücksicht auf Anlieger

Platz wies auch Befürchtungen zurück, dass die aktuelle Nutzung des Domplatzes zum Beispiel durch eine wochenlange Belegung des Theaters zu einer Rückzahlung von Fördermitteln für den Platzumbau führe. „Die Benutzung des Domplatzes für Märkte, Messen, Feste und Konzerte ist explizit Absicht der Umgestaltung des Domplatzes gewesen“, so Platz. Dafür seien Versorgungsleitungen im Boden eingebaut worden, um die Organisation von Festen usw. zu erleichtern.

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Eine Rückforderung von Fördermitteln, zum Beispiel seitens der Europäischen Union, sei aus Sicht der Stadt nur dann möglich, wenn „erhebliche Veränderungen an der geförderten baulichen Anlage“ vorgenommen würden. Dies sei aber nicht vorgesehen.

Zudem versuche die Stadtverwaltung auf die Anlieger des Domplatzes zuzugehen, um einen Interessenausgleich zwischen den Veranstaltern und den Anliegern zu finden. Belange der Anlieger flössen jeweils in die Veranstaltungsverfügung ein. Das betreffe zum Beispiel Gottesdienstzeiten im Dom.