Magdeburg l Zum Weihnachtsgeschäft soll das bunte Parkhaus im Elbbahnhof offen sein, schrieb die Volksstimme im Juni vergangenen Jahres bei der Vorstellung des Bauprojekts. Das wird wohl auch passieren, nur nicht im damals gemeinten Dezember 2014, sondern erst in diesem Jahr. Wie Thomas Poege, Niederlassungsleiter der bauausführenden Goldbeck AG, auf Volksstimme-Anfrage erklärt, geht er „mit großer Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass man „zum Weihnachtsgeschäft gut und sicher“ in dem Parkhaus parken kann.

Aktuell ist das nicht möglich, weil noch einmal im großen Stil nachgebessert werden muss. Nachdem bereits im Frühjahr die bunten Metallplatten an den Seitenwänden erst an- und dann wieder abgebaut wurden – aus Brandschutzgründen, wie es damals hieß – ist diesmal das komplette Dach des Parkhauses entfernt worden. Laut Thomas Poege handelt es sich um einen Fehler, den ein Zulieferer seines Unternehmens verursacht hat. Mit diesem befinde man sich deswegen auch in einem laufenden Rechtsstreit, weshalb er keine genaueren Auskünfte geben könne.

Für Goldbeck, die europaweit bereits über 600 Parkhäuser gebaut haben, wird das Exemplar am Magdeburger Schleinufer zur Belastungsprobe. „Deshalb haben wir das Zepter jetzt selbst in die Hand genommen und gehen in Vorleistung, um die Eröffnung nicht noch weiter hinauszuzögern“, kündigt Thomas Poege weiter an.

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Auftraggeber des Neubaus ist eine Tochtergesellschaft der Wohnungsbaugenossenschaft GWG Reform. Deren Vorstandssprecher Detlef Gissendorf hat angesichts der überlangen Bauzeit schon fast resigniert. „Man kann nichts machen“, sagt er. Nach seiner Auskunft habe es Qualitätsmängel am Dach gegeben, die eine Abnahme unmöglich machten. Genaueres wollte auch er nicht sagen. Aufgrund entsprechender vertraglicher Regelungen habe die Genossenschaft durch den massiven Bauverzug aber keine Mietausfälle zu beklagen.

Wenn es denn einmal geöffnet ist, sollen 274 überdachte Stellplätze den Parkdruck im Elbbahnhof und rund um den Hassel entlasten. Es ist das zweite Parkhaus der GWG Reform in der Innenstadt: Seit sieben Jahren stehen 372 Stellplätze in der Bärstraße zur Verfügung. Das Konzept einer Mischung von Dauer- und Stundenparkern soll auch am Schleinufer umgesetzt werden. Preislich will man sich ebenfalls am Vorbild orientieren (50 Cent pro Stunde bzw. 6 Euro für das Tagesticket).