Magdeburg l In der Sankt-Petri-Kirche geht es am Freitag um höchst weltliche Probleme: die Unterbringung von Flüchtlingen in Magdeburg. Pläne für eine Erstaufnahmestelle in der Breitscheidstraße haben Anwohner aufgeschreckt. Heute soll beim Bürgerforum Klartext geredet werden. Auch am Dienstag gibt es ein Forum.

Es dürfte ein langer und hitziger Abend werden. Die Pläne des Landes, auf eine geräumte Militärbrache an der Breitscheidstraße in direkter Nachbarschaft zu Einfamilienhäusern und Hochschule eine Würfelhaussiedlung für 1500 Flüchtlinge zu setzen, ließen Anwohner aufbegehren, kaum dass das Projekt öffentlich wurde. Am heutigen Freitag will man „Klartext reden“ und den Dialog mit den Bürgern suchen, erklärt Stefan Brodtrück, Sprecher des Innenministeriums, das Gastgeber des Abends ist. Los geht es um 19.30 Uhr in der St.-Petri-Kirche, Neustädter Str. 4. Einlass ist ab 19 Uhr. Innenminister Holger Stahlknecht wird zunächst einen Überblick über den Stand der Planungen geben. Der Leiter des Stabes „Bewältigung der Flüchtlingssituation“ auf Landesebene Lutz-Georg Berkling sitzt ebenfalls im Podium. Die Polizei ist mit Präsident Andreas Schomaker und Abteilungsleiter Polizei Tom-Oliver Langhans vor Ort. Die Stadt schickt Bürgermeister Klaus Zimmermann. Ausreichend Ansprechpartner also für vermutlich auch zahlreiche Fragen, die aus den Reihen der Gäste kommen dürften. „Wir wollen möglichst vielen Besuchern die Möglichkeit geben, ihre Fragen loszu werden“, sagt Brodtrück.

Er betont aber: „Wortmeldungen mit rassistischen oder diskriminierenden Inhalten dulden wir nicht.“ Für ca. 500 Gäste werde die Kirche bestuhlt. „Wir stellen so viele Stühle, wie hineinpassen“, sagt Brodtrück. Für den Fall, dass der Ansturm zu groß ist, wird es eine Lautsprecherübertragung nach draußen geben. Das Polizeirevier Magdeburg sichert mit seinen Beamten die Veranstaltung ab. Wie viele Polizisten im Einsatz sind, wollte Brodtrück nicht sagen. Nur so viel: „Unsere Besucher können sich sicher fühlen.“

Auch die Stadt will über die Planungen zur Unterbringung von Flüchtlingen informieren und lädt am Dienstagabend in die Aula der Grundschule Leipziger Straße 46 ein. Ab 18 Uhr wollen Sozialbeigeordnete Simone Borris und Torsten Prusseit von der Wobau Details zur Anmietung von rund 250 Wohnungen für Flüchtlinge in der Willi-Bredel-Straße und Bernhard-Kellermann-Straße vorstellen. Ein Großteil der Wohnungen muss erst hergerichtet werden. In der Willi-Bredel-Straße 38 bis 50 zum Beispiel wird dies noch 2015 passieren. In der Bernhard-Kellermann-Straße 24 wird der Bezug ab Frühjahr 2016 erfolgen.