Magdeburg l Es ist das letzte große Filetstück in der Magdeburger Innenstadt. Seit Jahren sucht die Verwaltung mit einem Exposé nach einem Investor für ein 10 500 Quadratmeter großes Kaufgrundstück zwischen Walther-Rathenau-Straße, Listemannstraße und Universitätsplatz. Nach Informationen der Volksstimme soll der Vertragsabschluss mit einem Investor kurz vor dem Abschluss stehen. Sowohl Stadtplanungsamt als auch Grünflächenamt haben offenbar bereits grünes Licht für die millionenschweren Pläne gegeben.

Eine offizielle Bestätigung seitens der Stadt gibt es noch nicht. Aus dem Rathaus heißt es lediglich, dass ein Interessenbekundungsverfahren mit mehreren Interessenten laufe. „Dieses Verfahren ist noch nicht beendet“, sagt Stadtsprecher Michael Reif.

50-Millionen-Euro-Investition

Nach Informationen der Volksstimme soll es drei Interessenten für das Grundstück gegeben haben. Zwei Investoren, die unter anderem einen Supermarkt und einen Möbeldiscounter errichten wollten, sind wieder abgesprungen, weil ihre Vorhaben keine Chance auf Umsetzung gehabt hätten. Geplant für das Gelände sind ein Parkhaus, Wohnbebauung, Gastronomie und ein Hotel. Laut Ausschreibung der Stadt ist eine fünf- bis siebengeschossige Bebauung auf dem Grundstück zulässig. Die geplante Investitionssumme soll zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen. Derzeit liegt der Vorgang beim Liegenschaftsamt.

Sowohl regional mit Anzeigen in Tageszeitungen als auch europaweit in Ausschreibungsanzeigern war die Stadt auf die Suche nach Investoren in einem sogenannten „Interessenbekundungsverfahren“ gegangen.

Im Rahmen eines Gutachtens hat das Grundstücksmanagement zunächst einen Orientierungswert für das Areal ermitteln lassen. Demnach liegt der Einstiegspreis bei rund 4,2 Millionen Euro für rund 5500 Quadratmeter und rund 2,5 Millionen Euro für die mögliche Erweiterungsfläche von knapp 5000 Quadratmetern am Uniplatz.

Bindeglied zwischen City und Uni

Ziel der Stadt ist es, den Uniplatz als Bindeglied zwischen der Universität und dem Nordabschnitt des Breiten Weges zu entwickeln. Im Exposé für Investoren heißt es deshalb ausdrücklich, dass im Rahmen des Konzeptes eine großflächige Einzelhandelsnutzung zugelassen werden könne, um den Breiten Weg in seiner „Funktion als Einkaufsmeile“ zu stärken.

Im Erdgeschoss würden vom Uniplatz aus zugängliche Läden, Dienstleistungseinrichtungen und Außengastronomie ausdrücklich befürwortet. Ausgeschlossen werden jedoch Spielhallen, Rotlichtgewerbe und ebenerdige Parkplätze zur Uniplatzseite. Zudem solle kein Konkurrenzstandort zur Einkaufsachse Bahnhof/Allee-Center entstehen, heißt es weiter. Wohnnutzung werde nur erlaubt, sofern sie nicht an den Uniplatz und die Rathenaustraße grenze.

„Wir sehen sehr gute Chancen, für das Gebiet Investoren zu finden“, sagte Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann bei der Vorstellung des Konzeptes Ende 2012. Neben dem Konzept hofft die Stadt dennoch auch auf einen guten Verkaufspreis und hat ganz bewusst das Grundstück erst 2012 auf den Markt geworfen. In Zeiten der Euro-Krise flüchteten Investoren auch in Grundstücke, um Geld zu investieren. Das sollte sich auch im Preis niederschlagen, hieß es damals.

Sollte demnächst tatsächlich eine Bebauung beginnen, dürfte die Erschließung des Geländes auch noch die ein oder andere Überraschung bereithalten. Denn das Gelände ist als Kampfmittelverdachtsfläche eingestuft.

Im Kaufvertrag soll auch ein Rücktrittsrecht der Stadt vereinbart werden, für den Fall, dass der Investor sein abgegebenes Konzept nicht innerhalb von fünf Jahren nach Beurkundung umsetzt.