Magdeburg l  So streuten Anfang dieser Woche Facebook-Nutzer das Gerücht, dass weibliche Busfahrer nach mehreren Übergriffen durch Flüchtlinge nicht mehr auf der Linie 51 zwischen Magdeburg und Heyrothsberge fahren dürften. Das werde aber von den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) gedeckelt und bewusst geheim gehalten, so der Vorwurf.

Viele Nutzer teilten und kommentierten das Gerücht. Nach mehreren Anfragen sahen sich die MVB genötigt, eine Pressemitteilung zu veröffentlichen. „Die MVB erklären eindeutig: Es kam zu keinem Übergriff auf eine Busfahrerin und es gibt keine Anweisung, auf der Linie 51 kein weibliches Fahrpersonal einzusetzen“. Derzeit würden sich acht Busfahrerinnen und 160 Busfahrer im Dienst der MVB und deren Tochter MVG befinden. „Bei einer derart niedrigen Zahl weiblichen Personals kann es allgemein als Glückssache bezeichnet werden, auf eine Busfahrerin zu treffen“, heißt es in der Erklärung lakonisch.

Auf Nachfrage der Volksstimme sagte MVB-Sprecher Tim Stein, dass man nicht wisse, warum diese Lüge gezielt verbreitet werde. „Es gab auf dieser Strecke keine Übergriffe und keine Probleme“, so Stein. Die MVB würden das bewusste Verbreiten von Unwahrheiten mit Sorge betrachten. „Wir hatten so einen Fall bislang noch nicht“, so Stein weiter.

In der vergangenen Woche hatte die Volksstimme bereits über mehrere Gerüchte im Zusammenhang mit angeblichen Ausgangssperren und Massenvergewaltigungen durch Asylbewerber berichtet, die allesamt von Polizei und Staatsanwaltschaft als haltlos zurückgewiesen wurden.

Inzwischen sind in mehreren sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Tumblr Seiten unter dem Namen „Besorgte Börde“ aufgetaucht, die Gerüchte aus Magdeburg und Umgebung sammeln und enttarnen. Die Seite hatte auch zuerst über das MVB-Gerücht und die Reaktion der Verkehrsbetriebe berichtet. Gegenüber der Volksstimme sagten die Betreiber, dass sie anonym bleiben wollen. „Die Ereignisse der letzten Wochen in Magdeburg haben gezeigt, wie schnell Menschen, die sich gegen rechte Hetze einsetzen, angefeindet und bedroht werden“, antworteten sie auf eine Mail-Anfrage.