Mageburg l Ursprünglich sollten die Umbauarbeiten schon zu Beginn des kommenden Jahres umgesetzt werden. Ziel war vor allem, die beiden Heimspiele mit dem vermutlich größten Zuschauerinteresse der Saison schon mit dem neuen Gästebereich auf der Südtribüne stattfinden zu lassen: die Begegnungen gegen den FC Hansa Rostock (5. März) und Dynamo Dresden (16. April). Beide Partien lassen auf ein ausverkauftes Haus hoffen. Doch die Pläne sind durchkreuzt worden.

Steffen Schüller, Geschäftsführer des städtischen Stadionbetreibers MVGM, erklärt warum: „Die technische Umsetzung der Sektorenabgrenzung ist doch aufwändiger. Deshalb werden die Kosten deutlich über 200.000 Euro liegen, weshalb auch eine Ausschreibung notwendig ist.“ Die Einhaltung dieser Fristen und der umfangreichere Umbau führen zur Verzögerung. Geplanter Baustart ist nun der 1. Februar 2016. Die Inbetriebnahme soll zum letzten Saisonspiel gegen Würzburg (14. Mai) erfolgen.

Vorgesehen ist der Bau einer Kombination aus Zaun und Verbundsicherheitsglas-Abtrennung zu den übrigen Zuschauerblöcken. Diese Abtrennung soll den gesamten Bereich für die Gästefans der Blöcke 14 und 15 umfassen. Dazu gehört auch der Umbau von Sperrgittern hinter der Tribüne sowie der teilweise Umbau von Zugängen in den Gästebereich. Vorteil gegenüber der bisherigen Variante: Die Sitzplätze in den unmittelbar angrenzenden Blöcken könnten künftig für den Verkauf weitgehend freigegeben werden. Dabei dürfte es sich um mehr als 2.000 Plätze handeln, die bisher aus Sicherheitsgründen nicht in den Verkauf gingen. Der Umfang des Gästebereichs soll rund 2.200 Plätze betragen.

Für den 1. FC Magdeburg bedeutet die Verzögerung ein Einnahmeverlust, denn die Stadionmiete ist nicht von der Zuschauerzahl abhängig. Jede mehr verkaufte Eintrittskarte kommt also dem Fußballklub zugute. In mehreren Runden zwischen der städtischen Gesellschaft MVGM, dem ebenfalls städtischen Gebäudemanagement KGM und dem 1. FC Magdeburg seien die Vorstellungen, Wünsche und die Umsetzung besprochen worden, sagte Schüller.

Allerdings: Der FCM erfuhr gestern von der Volksstimme erstmals von den Verzögerungen. Geschäftsstellenleiter Matthias Kahl: „Von den Verzögerungen wissen wir noch nichts. Wir wünschen uns natürlich so schnell wie möglich einen Umbau, um die Sicherheit zu erhöhen und mehr Karten verkaufen zu können. Grundsätzlich sind wir aber auch sehr dankbar, dass sich die Stadt für einen Umbau entschieden hat.“

Trotz aller Euphorie der FCM-Fans und des Zuschauerzuspruchs wird der verzögerte Umbau aber nur geringe Auswirkungen haben. Die Bauarbeiten sollen den Betrieb nicht stören. Zudem dürften die restlichen Plätze im Stadion für den Fanandrang bei den meisten Spielen ausreichen.

Es sei denn, das Losglück im Landespokal Sachsen-Anhalt beschert dem Klub ein Heimspiel gegen den alten Erzrivalen Hallescher FC.