Altstadt l Still und heimlich wurde der Blitzer gestern aufgebaut. Gut getarnt am Straßenrand der Ernst-Reuter-Allee, direkt vor dem Allee-Center, stand das Gerät und blitzte die Autos im Sekundentakt. Durch den Weihnachtsmarkt ist das Verkehrsaufkommen an dieser Stelle deutlich höher als sonst.

Empörte Leser meldeten sich in der Redaktion und fragten, seit wann auf dieser Straße stadtauswärts nur noch 30 gefahren werden dürfte. Viele sind an dieser Stelle deutlich schneller als mit 30 Stundenkilometern unterwegs – zumal die Straße hier drei Spuren hat.

Auf Nachfrage der Volksstimme bestätigte Stadtsprecher Michael Reif, dass es sich bei dem Blitzereinsatz um eine Aktion des Ordnungsamtes handelte. Dort, wo sonst 50 ist, dürfe derzeit nur 30 gefahren werden. Das sei jedes Jahr rund um die Zeit des Weihnachtsmarktes der Fall, so Reif. Ebenso bei Großveranstaltungen. In diesem Bereich der Ernst-Reuter-Allee hat es schon mehrere schwere Unfälle gegeben, da hier das Fußgängeraufkommen sehr hoch ist. Eine Ankündigung der Blitzeraktion gab es vorab indes nicht.

Die Stadtverwaltung hatte den Blitzer erst Anfang 2014 (Wert: 141 000 Euro) angeschafft und zusätzliches Personal eingestellt, um Temposünder zu erwischen. Das Gerät soll im Zuge eines dreijährigen Pilotprojektes im gesamten Stadtgebiet zum Einsatz kommen, zusätzlich zu den Radarfallen der Polizei. Allein in den ersten sechs Monaten spielte das Gerät knapp 320 000 Euro ein - und übertraf damit die Erwartungen.