Magdeburg l Den Auftakt vollzieht eine Demonstration unter dem Motto „Studenten für eine Zukunft ohne Rassismus“. Veranstalter ist ab 16 Uhr auf dem Domplatz die gleichnamige Schülerorganisation „Students for a Future without Rassism“. Sie besteht nach eigenen Angaben aus Schülern, die von Studentenräten der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal unterstützt werden. Anlass für die Demo sind die gehäuften Fälle von rechter Gewalt. So waren Flüchtlinge zusammengeschlagen und Büros von Abgeordneten beschmiert worden. „Das wollen und können wir nicht hinnehmen. Bei uns, der Generation von morgen, liegt eine besondere Verantwortung, die Zukunft so zu gestalten, wie wir sie uns wünschen. Wir wollen allen zeigen, dass es keinen Platz für rechte Hetze, Gewalt und Terror in dieser Zukunft gibt“, sagte Sprecher Jonas Beriah. Die Veranstaltung beginnt zunächst um 16 Uhr auf dem Domplatz mit Infoständen und Reden. Gegen 17 Uhr startet eine Demonstration, die vom Domplatz aus über den Hasselbachplatz, die Guerickestraße, den Breiten Weg und die Jakobstraße bis zum Opernhaus am Uniplatz führen soll. Dort werde der Demonstrationszug gegen 19 Uhr eintreffen, hieß es.

Genau um diese Uhrzeit beginnt auf dem Domplatz eine Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD). Angesagt haben sich hier u. a. die Bundesvorsitzende Frauke Petry. Auch hier soll sich nach einem Auftakt ein Demonstrationszug in Bewegung setzen. Er führt voraussichtlich über die Hegelstraße, die Keplerstraße und den Breiten Weg zurück auf den Domplatz. Dort wird die Kundgebung fortgesetzt.

Beide Veranstaltungen treffen zeitlich und räumlich mit dem starken Anreiseverkehr zum Handballpokalspiel des SC Magdeburg gegen Frischauf Göppingen in der Getec-Arena zusammen. Da der Anwurf um 19 Uhr erfolgt, dürfte ab 17.30  Uhr mit einem verstärkten Verkehrsaufkommen rund um Reuterallee und Bundesstraße 1 insbesondere Richtung Osten gerechnet werden.

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe setzen Sonderbahnen zum Handball ein. Ob die allerdings von den Demonstrationen ebenfalls behindert werden, ist im Vorfeld schwer abzuschätzen. Die erste Sonderbahn fährt um 17.15 Uhr ab Haltestelle Alter Markt. Danach verkehren weitere Bahnen im Zehn-Minuten-Takt. Die MVB stellt außerdem zwei Mitarbeiter ab, die sich ausschließlich um die Kundeninformation im Zusammenhang mit den Demonstrationen kümmern. Sie sollen die aktuelle Lage über die Displays an den Haltestellen sowie über die Webseite der MVB und Twitter/Facebook weitergeben, sagte MVB-Sprecher Tim Stein. Geplante Sperrungen gebe es nicht. Man reagiere auf die jeweilige Lage und leite dann die Bahnen bei Bedarf um, zum Beispiel über die Guerickestraße oder die große Schleife über Strom- und Nordbrückenzug, falls der Nordabschnitt des Breiten Weges nicht befahrbar sein sollte.

Der Universitätsplatz, so ein Polizeisprecher, soll für den Autoverkehr durchgängig frei bleiben. Die Veranstalter der Schüler- und Studentendemonstration hätten angekündigt, den Aufzug vor dem Opernhaus zu stoppen und zu beenden, so dass der Autoverkehr nicht betroffen sein soll.