Magdeburg l Nein, still, wie der Titel ihres wohl bekanntesten Songs lautet, waren „Jupiter Jones“ ganz gewiss nicht. Sie waren zu hören – und zwar laut und akustisch.

Es war die große Überraschung für gut 70 Kinder und Jugendliche aus dem Klinikum Olvenstedt, dem Kindergarten und einigen sozialen Einrichtungen. Die Hamburger Band machte auf ihrem Weg zum großen Abschlusskonzert nach Köln in Magdeburg halt, um für die Kinder zu spielen. Und nicht nur für sie. Auch Eltern, Ärzte und Angestellte freuten sich über die gelungene Abwechslung.

Der Magdeburger Verein Kinderklinikkonzerte e. V. um Nicole John und Nadja Benndorf hatte die Überraschung, die vom Klinikalltag ablenken und neue Kraft schenken sollte, organisiert. Der mittlerweile mehr als 30 Mitglieder zählende Verein hatte eigens den Hangar der DRF-Luftrettung in einen kleinen Konzertsaal verwandelt. Sänger Sven Lauer zeigte sich begeistert: „Das ist eine wirklich tolle Sache. Als wir angefragt wurden, haben wir sofort gesagt, ‚das machen wir‘.“ Er habe selbst zwei Kinder und wisse, wie sehr sie sich über so etwas freuen können und solche Erlebnisse auch beim Gesundwerden helfen. „Und auch für uns war es eine tolle Erfahrung. In so kleinem Rahmen zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Es ist privat und unverfälscht, du siehst jedes Gesicht und jede Reaktion. Außerdem geben dir Kinder das ehrlichste Feedback, das du kriegen kannst.“ Und das Feedback, das die Musiker von ihnen bekamen, war viel mehr als nur Applaus. Die Kinder sangen für sie das „Magdeburger Lied“.

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Gerührt beobachtete Heike Gabriel, Sprecherin des Klinikums, die Steppkes. „Es ist schön zu sehen, wie sie mal eine Stunde lang ihre Krankheit vergessen“, sagt sie.

Sie selbst habe Jupiter Jones schon einmal auf der Bühne erleben dürfen. Vor gut sieben Jahren spielten sie als Vorband der Band ihres Sohnes in der Sackfabrik – damals noch mit anderem Sänger. Das sei natürlich nicht mehr mit dem zu vergleichen, was sie gestern sah und hörte.

Ganz aufgelöst war die siebenjährige Romy Rauhut. „Sie liebt es, zu singen und zu tanzen“, erzählt Mama Alexandra Voß. Sie habe aufpassen müssen, dass ihre Kleine nicht zur Band auf die Bühne sprang. „Wir verbringen viel Zeit im Krankenhaus und bei den Ärzten. Da ist solch eine Veranstaltung ein kleiner Lichtblick – nicht nur für meine Tochter.“