Magdeburg l Über 4000 und damit doppelt so viele Besucher wie im vergangenen Jahr fanden am Wochenende den Weg in das Ravelin, freute sich Josephine Kroneberg, Sprecherin des Sanierungsvereins, gestern Abend. Erstmals gelangte man auch über die sogenannte Poterne in das Festungsareal. Dieser unterirdische Gang führt von der Maybachstraße aus unter dem Festungswall des Kavaliers V hindurch und wurde von den Vereinsmitgliedern in den zurückliegenden Monaten begehbar gemacht. Die Deutsche Bahn als bisherige Eigentümerin hatte dazu vor dem Verkauf an eine Privatperson ein Wegerecht für den Verein eingeräumt, erklärte dessen Chef Rüdiger Stefanek.

Hatten die Besucher den Tunnel durchquert, landeten sie zunächst in der Doppelkaponniere. Und dort erhielten sie einen ersten Eindruck davon, wie das Ravelin II aussieht, wenn der Sanierungsverein sein Ziel erreicht hat. „Wir zeigen heute, wie es mal sein könnte“, sagte Stefanek.

In Vitrinen, auf dem Boden und an den Wänden wartete eine spannende Ausstellung zur Festungsgeschichte darauf, entdeckt zu werden. Vereinsmitglieder wie Sebastian Rühmann gaben in originalgetreuen Kostümen Erklärungen zu den Exponaten. So berichtete Unteroffizier Trimkowski, dass sein Tornister mit Komplettausrüstung damals 23 Kilogramm auf die Waage brachte.

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Sorge vor feuchtem Mauerwerk

Derzeit muss alles nach dem Ende der Veranstaltung weggebracht werden, zu groß ist die Gefahr von Vandalismus, hinzu kommt die Feuchtigkeit im Mauerwerk. Geht es nach den Ideen der Ravelin-Retter, wird die Ausstellung aber irgendwann einmal dauerhaft dort zu sehen sein. Das Interesse der Besucher war jedenfalls bereits groß.

In den Kasematten zeigten Künstler wie Thomas Andree, Winfried Kämz sowie Dana Brüske & Felix Heimberg ihre Werke. Auf der Bühne wechselten sich klassische Blasmusik, Rock und Kabarett ab. Spektakulärer Höhepunkt war die Feuershow von Malabarista und Syri dem Gaukler, die hoch über den Köpfen der Zuschauer das Dach der Doppelkaponniere in Flammen setzten.