Magdeburg l Der Tourismus in der Region entwickelt sich nach einem Einbruch während des Elbehochwassers 2013 wieder gut – das zeigen die vom Magdeburger Tourismusverband Elbe – Börde – Heide veröffentlichten Zahlen: So ist die Anzahl der Übernachtungen in der Stadt Magdeburg von 469 211 im Jahr 2013 auf 569 791 im Jahr 2014 gestiegen. Die Zahl der Ankünfte ist ebenfalls angestiegen: Von 281 199 auf 332 439 im Jahr 2014. Im Vergleich zum Vorflutjahr 2012 ist die Zahl der Besucher in der gesamten Region um 2,7 Prozent angestiegen.

Deutlich wird bei diesen Zahlen aber auch: Gäste für eine längere Zeit zum Bleiben zu bewegen, gelingt in Magdeburg derzeit noch nicht in dem Maße anderer Gebiete: Durchschnittlich bleiben die Besucher 1,7 Tage in Magdeburg. In der Region mit den benachbarten Landkreisen sind es immerhin 2,2 Tage. Die Auslastung der Betten in Magdeburg lag bei 34,8 im Vergleich zu 33,1 Prozent. Allerdings ist von 2013 auf 2014 auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Betten in Beherbungsbetrieben in Magdeburg um 79 auf 5304 zurückgegangen.

Elberadweg macht 91 Prozent der Anfragen aus

Für die gesamte Region ein Magnet ist der Elberadweg, wie Irene Mihlan, Geschäftsführerin des Magdeburger Tourismusverbands berichtet. Das wird auch anhand der Anfragen an den Tourismusverband deutlich: Mehr als 91 Prozent betreffen den Radweg, dessen Koordinierungsstelle Mitte in Magdeburg angesiedelt ist. „Neu aufgelegt wurden im Geschäftsjahr 2014 Fremdspracheneinleger mit Kurzinformationen zum Elberadweg an sich und zur Handhabung des deutschen Handbuches in den Sprachen Tschechisch,Niederländisch und Englisch“, berichtet die Geschäftsführerin. In der Projektgruppe Elberadweg arbeiteten die drei touristischen Regionalverbände entlang der Elbe, vier Landkreise, zwei kreisfreie Städte und Partner wie der ADFC, die Förderservice GmbH, die Industrie- und Handelskammer, die Investitions- und Marketinggesellschaft und das Wirtschaftsministerium mit.

Bei der Internetseite www.elberadweg.de lag die Besucherzahl 2014 bei 517 424 und damit wieder über der Zahl des Vorjahres. 92,4 Prozent der Aufrufe kamen aus Deutschland, 1,5 Prozent aus der Schweiz, 1,3 Prozent aus den Niederlanden und ein Prozent aus Österreich. Nachdem mit der „Süßen Tour“ samt entsprechendem Aktionstag in den vergangenen Jahren eine Marke aufgebaut wurde, widmen sich die Touristiker seit einigen Jahren einer Salzigen Tour. Nach dem Auslaufen einer Anschubfinanzierung haben sich mehr als 30 Partner für einen Weiterbetrieb der Idee gefunden.

In seinem Geschäftsbericht hat der Tourismusverband übrigens 63 Mitglieder aufgelistet. Unter ihnen sind die Stadt Magdeburg, der ADFC Magdeburg, das Best Western Hotel Geheimer Rat, das Classik-Hotel, das Inter-City Hotel, das Hotel Ratswaage, das Hotel Sleep & Go, das Hotel Stadtfeld, das Ramada-Hotel, die Magdeburger Marketing Kongress und Tourismus GmbH, MDCityprint Magdeburg, die Otto-von-Guericke-Gesellschaft, die Stadtsparkasse Magdeburg und die Weiße Flotte.

Die Stadt Magdeburg möchte derweil künftig verstärkt bei chinesischen Touristen punkten. Wirtschafts- und Tourismusbeigeordneter Rainer Nitsche berichtete, dass derzeit die Verhandlungen mit zwei Größen der chinesischen Tourismusindustrie laufen. Wichtig sei es für die Touristiker der Region, auf die Wünsche der Gäste aus der Volksrepublik einzugehen: „Wir können vor allem mit Magdeburg als Stadt Otto des Großen und damit als Kaiserstadt punkten.“ Den Anknüpfungspunkt bieten die gut besuchten einstigen Kaiserstädte in der Volksrepublik. Zudem müsse beachtet werden, dass die Gäste aus China oft nur wenig Zeit mitbringen und daher Programme bevorzugen, in denen die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst sind. Eine besondere Gelegenheit, sich international zu präsentieren, haben die Stadt und die Region während des Germany Travel Mart im April, wenn die internationalen Tourismusveranstalter und Reisejournalisten aus aller Welt nach Magdeburg kommen.