Magdeburg l Der Start geriet etwas holprig. Es gab einige Beschwerden über offenbar nicht sonderlich gut geräumte Straßen. Die Kritik erreichte auch den Chef des Winterdienstes Andreas Stegemann. Und er klemmte sich dahinter, wie er sagt. Probleme hatte es zum Beispiel in der Schönebecker Straße und Alt Westerhüsen gegeben. „Ich bin selbst hingefahren, als es Kritik gab, weil wir dort einen Nachauftragnehmer im Einsatz haben. Ich kann versichern: Dort ist geräumt worden“, so Stegemann zur Volksstimme. Doch auf Hauptstraßen wie nach Westerhüsen oder in der Großen Diesdorfer Straße, wo zugleich Straßenbahngleise verlaufen, sei das Beräumen schwierig. Die schweren Räumfahrzeuge können nicht auf den Gleisen fahren, da sie diese beschädigen könnten. Bei einer höheren Schneedecke kommen in Abstimmung mit den MVB Straßenbahnen mit speziellem Schneepflug zum Einsatz. Was von ihnen auf die übrige Fahrbahn geschoben wird, räumen die Männer vom Städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb (SAB) bzw. die von ihm zusätzlich beauftragten Firmen beiseite.

In der Vorwoche war noch kein Schieber auf den Gleisen zum Einsatz gekommen. „So hatten Pkw den Schnee von dort wieder über die Straße breit gefahren“, erklärt Stegemann den Eindruck, dort sei gar nicht gekehrt worden.

Test auf Radwegen

Der von den großen Kehrmaschinen zur Seite geschobene Schnee bringt das nächste Problem. Häufig verstopft er angrenzende Radwege. Weil es auch deswegen schon Ärger gab, bringt der Winterdienst bei Radwegen an Hauptstraßen wie in der Schönebecker Straße/Alt Westerhüsen jetzt testweise auch Salz oder ein Salz-Splitt-Gemisch auf, obwohl das sonst nur für Fahrbahnen üblich ist.

„Wir kämpfen uns von der City in die Außenbezirke vor, bei stärkerem Schnee oder Vereisung ist das aber nicht überall zu schaffen. Wir können nicht zaubern“, wirbt der Winterdienstchef um Verständnis.

Rund 180 Einsatzkräfte stehen derzeit für den Winterdienst in Magdeburg zur Verfügung – vom SAB, von beauftragten Unternehmen und vom Stadtgartenbetrieb, der sich um die Parkanlagen kümmert. Aus dem strengen Winter 2009/2010 hatte man gelernt. Zufahrten zu Kindergärten und Schulen werden seither zum Beispiel von der Stadt mit beräumt.

Bei heftigen Wintereinbrüchen tritt zudem eine Koordinierungsgruppe zusammen. Der Beigeordnete Holger Platz hat den Vorsitz, mehrere Ämter wie das Tiefbauamt oder der SAB sitzen mit am Tisch. „Hier wird auch über eventuelle zusätzliche Einsatzkräfte entschieden“, sagt Andreas Stegemann.

Nachschub fürs Lager

Fürs Erste reicht es, dass der Winterdienstchef etwas Salz nachordert. Von 2300 eingelagerten Tonnen sind immerhin schon 800 verbraucht, von 400 Tonnen Splitt rund 150 Tonnen weg. „Das Lager darf nicht leer werden“, erklärt Stegemann die zeitige Nachbestellung.

Wer weiß, was der Winter noch bringt.