Magdeburg l Völlig überraschend ist für das Magdeburger Spaß- und Erlebnisbad „Nautica“ ein Versteigerungstermin bekanntgegeben worden. So überraschend, dass selbst der Sprecher des Insolvenzverwalter es durch die Anfrage der Volksstimme erfahren hat. Für zwei Millionen Euro soll das insolvente Spaßbad am 31. März im Amtsgericht unter den Hammer kommen. „Das Insolvenzverfahren und die Suche nach Investoren läuft parallel weiter“, sagte Tim Wallentin, Sprecher des Hallenser Anwalts und Insolvenzverwalters Lucas F. Flöther. Dass das Bad nun so überraschend unter den Hammer komme, liege daran, dass die Zwangsvollstreckung bereits im Juni vergangenen Jahres beantragt wurde – also wenige Tage vor Beginn des Insolvenzverfahrens. „Damals hat es noch keine Kaufinteressenten gegeben“, sagte Wallentin der Volksstimme. Ob es heute welche gibt, ist allerdings unklar. Der Insolvenzverwalter will sich da nicht in die Karten gucken lassen.

Angestrengt wird die Versteigerung von der Hauptgläubigerin des Bades: den Basler Versicherungen. „Auch wir haben als Gläubiger ein Interesse daran, dass ein Investor gefunden wird“, sagte Sprecher Thomas Hausmann auf Nachfrage. Es sei unwahrscheinlich, dass bei der Versteigerung Leute mitbieten würden, die das Nautica in Zukunft nicht weiter als Bad betreiben wollen.

Aber rein theoretisch ist genau das möglich. „Bieter haben sich durch ein gültiges Personaldokument auszuweisen und müssen mit dem sofortigen Verlangen einer Sicherheitsleistung in Höhe von 1/10 des Verkehrswertes im Termin rechnen“, heißt es in der Ankündigung zum Versteigerungstermin. Das Wertgutachten für die 18 300 Quadratmeter große Immobilie könne im Amtsgericht Magdeburg (Zimmer Nr. 1.069) von Montag bis Freitag (9 bis 12 Uhr) und Dienstag ( 14 bis 17 Uhr) eingesehen werden, heißt es in dem Aushang weiter. Rot gefettet schließt das Dokument mit dem Hinweis: „Eine Sicherheitsleistung durch Barzahlung ist ausgeschlossen.“

Als Zwangsverwalter für das Bad ist der Magdeburger Rechtsanwalt Michael Berger zuständig. Er ist neben Gläubiger und Insolvenzverwalter die dritte wichtige Instanz, wenn es um die weitere Zukunft des Nauticas geht. Vor wenigen Tagen hatte er der Volksstimme gesagt, dass es gelungen sei, den Betrieb zu stabilisieren. So habe man etwa niemanden entlassen müssen. Man sei sogar auf der Suche nach neuen Mitarbeitern für den Restaurantbereich des Spaßbades. Derzeit hat das Nautica laut Berger 41 Beschäftigte. Wird bei der Versteigerung allerdings ein neuer Eigentümer gefunden, liegt die Zukunft von deren Arbeitsverträgen dann in den Händen des neuen Besitzers.