Magdeburg l „Hier heißt es ‚Laufen mit Köpfchen‘“, bringt Orientierungsläufer Gert Schmidtko den Unterschied zu herkömmlichen Laufveranstaltungen auf den Punkt, der gerade erst von einem Wettkampf aus Ägypten zurück ist. Von den „normalen“ Läufen habe ich einige in den Beinen. Mit Stirnlampe, Kompass und Karte ausgestattet steht nun die Orientierungslaufpremiere an.

Es sei wichtig, sich vorab mit den Gegebenheiten des Geländes vertraut zu machen, so Mit-organisatorin Veronika Lange. Befinden sich die im Stadtpark installierten Kontrollpunkte (Meldeposten, die mittels Chip markiert werden) in einer Senke, in einem Gebüsch oder an einem Baum? Wo ist ein direkter Weg möglich, wo gilt es Hindernisse zu umlaufen? „Die Antworten liefert die Postennetzkarte, die für jeden Lauf erstellt wird. Die Route wählt der Läufer. Es geht über Stock und Stein ...“, so Veronika Lange. Sie empfiehlt, den Kompass einzusetzen. Nach einigen „Trockenübungen“ ist die Verwirrung groß. Nordlinien, parallel anlegen, Laufrichtung ablesen ...

Wird schon irgendwie gehen – besser noch laufen! An den Seilerwiesen starte ich mit meiner Frau Nadine und Veronika als Patin in den nachtdunklen Park. Der erste Meldeposten an der Stadthalle scheint ein leichtes Spiel zu sein. Auf „Wonach suchen wir eigentlich?“ kommt der Hinweis, ruhig noch mal die Karte zu studieren.

Bilder

Ach ja, einen Baum! Via mitgeführten Chip wird der erste Meldeposten markiert: Piep, geschafft. Minuten später lösen wir Kontrollposten 2 aus, der an der Baumgruppe auf der großen Wiese zwischen Heinrich-Heine-Weg und Raimarusweg versteckt ist. Knifflig wird es an der dritten Station, die südöstlich liegt. Die Frage, wie das Gebüsch inmitten der Baumgruppe zu erreichen ist, hält auf. Der Wettkämpfer kommt durch und wird ungeduldig. Ohne Veronika laufen wir weiter zu den Scherbelsbergen, dann ins Gelände.

Tierische Begleitung

Zur Bestimmung von Meldeposten 6 wird der Kompass gleich bei seinem ersten Einsatz falsch eingenordet. Ja nee, vorwärts immer, rückwärts nimmer ... Trotzdem, inmitten der Wiese ist sie da, die Begeisterung: Die anderen Läufer sorgen mit ihren Stirnlampen am Horizont zusammen mit der sternenklaren Nacht und der Silhouette des Stadtparks für eine unglaubliche Atmosphäre. Auch wenn es beim flüchtigen Kartenlesen auf dem Weg zur Station 7 zum groben Schnitzer kommt: Für die Überquerung der Tauben Elbe führe ich uns auf dem Raimarusweg auf die Brücke in südöstlicher und damit der falschen Richtung. Augenblicke später begleitet uns ein Fuchs zum Ziel und sorgt für tierische Freude.

Der von mir zurückgelegte Weg für die Anfängerstrecke mit einer Distanz von 3,3 Kilometer (Luftlinie) beträgt 5,78 Kilometer, für die sagenhafte 53 Minuten auf der Uhr stehen. Die Zeit von Siegerin Marlen Steinhoff: 28 Minuten.

Der Orientierungslauf ist ob am Tag oder in der Nacht, einzeln oder als Team vor allem eine geistige Herausforderung und mit seiner Gemeinschaft eine Empfehlung, die nicht nur an Läufer adressiert ist. Die Angebote des USC sind im Internet hinterlegt: www.ol-usc-magdeburg.de.

Was bietet Ihr Sport-, Tier- oder Sammelverein an? Schreiben Sie eine E-Mail: marco.papritz@volksstimme.de