Magdeburg l Schreiben begleitet uns durch unseren Alltag: Einkaufszettel, Notizen, Grußkarten oder E-Mails. Meistens fällt es einem gar nicht schwer, etwas zu Papier zu bringen, doch wenn es um wissenschaftliche Arbeiten geht, kommen viele nicht voran. Jedes Semester plagen sich deutschlandweit Studierende mit Hausarbeiten, Essays, Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten. Und jedes Mal treffen sie wieder auf das gleiche Problem: Prokrastination, zu Deutsch „Aufschieberitis“. Schreibprojekte werden so lange aufgeschoben, bis kaum noch Zeit bleibt, diese stressfrei zu beenden. Anfang März gab es an der Uni Magdeburg wieder eine solche „Lange Nacht der Hausharbeiten“.

Ramon Schroeder von der Schreibberatung der Uni Magdeburg hat die richtigen Tipps. Für ihn ist es wichtig, sorgenfrei ins Schreiben zu starten: „Es kann helfen, überschüssige Sorgen und Gedanken, die nichts mit dem Schreibprojekt zu tun haben, auf ein Blatt Papier zu notieren und es dann, samt den Sorgen, wegzuwerfen. Dann kann man sich besser auf sein Projekt konzentrieren. Außerdem ist es motivierend, zusammen mit Leidensgenossen eine Gruppe zu bilden, in der man sich austauschen kann“, rät der Masterstudent.

Die Schreibberatung und die Allgemeine Studienberatung hatten Anfang März gemeinsam die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten an der OVGU organisiert. Die überregionale Veranstaltung sollte Studierende aller Fachrichtungen dazu motivieren, sich ihren Projekten zu widmen, und bietet ihnen nicht nur Vorträge, in denen sie Tipps für den Schreibprozess bekommen, sondern auch den Raum zum Entspannen und für individuelle Beratung.

Probleme bei der Themenfindung, Unsicherheiten beim Umgang mit den Formalien, zum Beispiel Zitieren, sind unangenehme Begleiter von Schreibprozessen und verleiten dazu, ausstehende Arbeiten aufzuschieben. Um diese Probleme zu umgehen, haben viele Studierende ihre eigenen Strategien entwickelt.

Den Arbeitsort wechseln

Bei der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten holte sich auch der Medizinstudent Jonathan Inspiration und Motivation für seine medizinische Promotion. Allerdings brachte er auch seine eigenen Tipps mit: „Am besten kann ich schreiben, wenn ich zwischendurch mal meinen Arbeitsort wechsle“, erklärt Jonathan.

Andere Studierende waren hier, um sich in einem persönlichen Gespräch mit den Mitarbeitern der Schreibberatung Hilfe zu holen. Franziska hatte Schwierigkeiten, ihre Gedanken in Worte zu fassen und den Anfang zu machen. „Eine gute Note ist meine Hauptmotivation, um endlich loszulegen“, betont die Sozialwissenschaftsstudentin im dritten Bachelorsemester, „während der Arbeit sollte man aber auch immer kleine Pausen einlegen, um sich zu belohnen.“

Workshops in Zukunft

Das Team der Schreibberatung möchte Studierende auch weiterhin unterstützen und sie mit ihren Problemen nicht alleine lassen. Sie könnten sich vorstellen, in Zukunft regelmäßige Workshops anzubieten. Weitere Informationen gibt es unter schreibberatung@farafin.de?