Magdeburg l Mit ihrer Hundedame Nelly dreht Rosemarie Hinterpohl täglich ihre Runden. Sie beobachte unterwegs oft genug andere Hundebesitzer, welche sich nicht die Mühe machen, ein Tütchen mitzunehmen. An die Hundehalter, die das „Geschäft“ ihrer Vierbeiner achtlos liegen lassen, richtet die Seniorin deutliche Worte: „Das ist schlichtweg eine Sauerei.“ Vor allem, wenn die Hinterlassenschaften beispielsweise auf Spielplätzen liegen würden. „Ich habe schon versucht, die Leute höflich anzusprechen“, erklärt Rosemarie Hinterpohl. Doch die Hundebesitzer reden sich heraus. „Ich zahle doch Hundesteuer“ sei eine beliebte Ausrede.

Auch die Bauarbeiter, die derzeit an der Hochwasserschutzmauer in der Zollstraße arbeiten, sind vom Hundekot genervt. „Die Baustelle ist am Wochenende abgesperrt. Doch jeden Montag finden wir zahlreiche Hinterlassenschaften. Selbst vor den Baumaterialien wird keine Rücksicht genommen“, berichtet ein Bauarbeiter.

Die Beschwerden über den Hundekot häufen sich im Stadtteil, wie René Stelzer vom Sprecherrat der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Werder berichtet. Dabei sei es nicht nur der Hundekot, der für Unmut sorgt. „Hundebesitzer halten ihre Vierbeiner nicht davon ab Häuserwände zu markieren“, berichtet René Stelzer. Betroffen ist auch das Haus in dem der Magdeburger sein Büro hat. „Es vergeht kein Tag an dem hier nicht ein Hund Wasser lässt“, so Stelzer. Er habe schon verschiedene Mittel ausprobiert, um die Hunde fernzuhalten. Doch bislang vergeblich. „Es sind ja auch nicht die Hunde daran schuld, sondern die Hundebesitzer“, betont René Stelzer, der die Problematik auch in der kommenden GWA-Sitzung ansprechen wird, um Anwohner und Hundebesitzer zu sensibilisieren.

„Zum Urinieren von Hunden an Häuserwände gibt es in der Gefahrenabwehrverordnung der Landeshauptstadt keine Regelung“, erklärt Stadtsprecher Michael Reif auf Volksstimme-Nachfrage. Die Stadtverwaltung bittet jedoch trotzdem alle Hundehalter, darauf zu achten, dass ihre Vierbeiner möglichst nicht die Wände von Häusern und Gebäuden als Hundetoilette nutzen, insbesondere auch aus Rücksichtnahme auf das Eigentum anderer Magdeburger.

Die Stadt macht zudem darauf aufmerksam, dass Hundekot immer ordnungsgemäß beseitigt und entsorgt werden muss. Stadtsprecher Michael Reif: „In Magdeburg müssen die Begleiter von Hunden die Hinterlassenschaften ihrer Tiere auf allen öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen, in Baumscheiben sowie in Grünanlagen unverzüglich entfernen. Dies gilt auch für die Hundewiesen der Stadt. Bei Verstößen können Kosten von bis zu 100 Euro entstehen.“