Das ehemalige Gefängnis Magdeburg

Gefängnis: 1905 geht das ab 1903 gebaute Gebäude als Gerichtsgefängnis in Betrieb. Ab 1950 firmiert der Komplex als Strafvollzugseinrichtung Magdeburg mit Untersuchungshaft. 1951 werden Hallen gebaut, in denen Werkstätten untergebracht sind. Ab 1990 firmiert die Einrichtung unter Justizvollzugsanstalt Magdeburg. Teile werden modernisiert, ein neuer offener Vollzug gebaut. Bis auf den offenen Vollzug endete 2013 die Gefängnisgeschichte an der Halberstädter Straße.

Kunst: 2015 ließ der Verein Kulturanker mit dem Festival „Die neue Sinnlichkeit in der zeitgenössischen Kunst“ neues Leben in dem Komplex einziehen. Jetzt hat er den alten Werkstattbereich angemietet. (ri)

Magdeburg l Wiederholungstäter Kulturanker: Der Verein rückt in diesem Jahr erneut im alten Gefängnis ein. Nicht als Festivalveranstalter, sondern als eine Art Ateliermieter. An mehreren Wochenenden soll der alte Werkstattbereich Besucher anlocken.

Mit dem Festival „Die neue Sinnlichkeit in der zeitgenössischen Kunst“ hat der Verein Kulturanker gemeinsam mit weit über 200 anderen Künstlern im vergangenen Jahr Besucher ins einstige Magdeburger Gefängnis hinter dem Landgericht in der Halberstädter Straße 8 gelockt. „In den Festivalmonaten haben wir uns wohl ein wenig in das Gelände verliebt“, berichtet Karsten Steinmetz. Er steht gemeinsam mit Alexander Bieß dem Verein vor.

Die Folge dieser Liebe zum Objekt: Der Verein hat den Werkstattbereich – im vergangenen Jahr noch nicht Teil des Ausstellungsgeländes – gemietet. Derzeit laufen die Planungen, wie das 5000-Quadratmeter-Gelände und die 2000 Quadratmeter Nutzfläche im Inneren genau gestaltet werden sollen.

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Fragen über Fragen vor dem Start am 28. Mai

Sitzung des Vereins auf der Rampe vor der Halle. „Wollt ihr den Tresen wirklich aus Glas fertigen? Und mit LED beleuchten? Wird das nicht ein wenig kitschig aussehen?“ Oder: „Wer hat in der kommenden Woche Zeit? Dann wollen wir mit dem Springbrunnen beginnen.“ Oder: „Wie schnell wird das mit dem Garten gehen? Können wir wieder solche schönen Senkrechtbeete bekommen wie bei der ,Sinnlichkeit‘?“ Fragen wie diese bestimmen derzeit die Diskussionen. Und das, wo doch am Sonnabend, 28. Mai, das Gelände erstmals für Besucher geöffnet werden soll.

Heimathafen für Kulturanker

Magdeburg (ri) l Der Verein Kulturanker hat eine Werkstatthalle des einstigen Magdeburger Gefängnisses gemietet. Vor Beginn der Neugestaltung hat die Volksstimme einen Rundgang unternommen.

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

  • Blick ins künftige Kulturanker-Quartier.  Foto: Martin Rieß

    Blick ins künftige Kulturanker-Quartier. Foto: Martin Rieß

Werden es die Akteure des Vereins bis dahin schaffen, das Gelände zu gestalten und zu einem Erlebnis für ihre Gäste zu machen? Die Chancen stehen gar nicht so schlecht. Immerhin hat sich der Verein in den vergangenen Jahren immer wieder mit Kunstfestivals hervorgetan, die eher trostlose Brachen in Orte voller Magie verwandelt haben. Die größten waren die Romantik 2.0 im ehemaligen Altstadtkrankenhaus, die Mystique in der Sieverstorstraße und die Sinnlichkeit in den Zellentrakten und Höfen hinter der Mauer des jetzt vom Land Sachsen-Anhalt angemieteten Geländes. In allen Fällen war es jedenfalls gelungen, mit viel ehrenamtlichem Engagement besondere Orte für Magdeburger und Gäste von auswärts zu schaffen.

Karsten Steinmetz erläutert: „Es geht jetzt aber nicht darum, Ausstellungsräume zu schaffen. Es geht darum, hier einen Raum zur Entwicklung kreativer Ideen abseits der heimischen Wohnzimmer zu schaffen. Ich denke, dass hier ein echtes Kulturanker-Quartier entstehen kann.“ Im Konzept zu dem Projekt liest sich das so: „Es ist ein nachhaltiges, sozio-kulturelles und produktionsorientiertes Fusionsprojekt, welches unterschiedliche Kunstformen und -schöpfungen miteinander verbindet.“ Daneben soll es beispielsweise um die Pflege von Traditionen und um die Integration von Kindern und Jugendlichen gehen.

An acht Wochenenden im Jahr soll das Gelände für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein. Der Vereinsvorsitzende erläutert: „Dann sollen die einzelnen Kunstformen im Vordergrund stehen.“ Sprich: Ein Wochenende geht es um Literatur, ein anderes um Theater und ein weiteres wiederum um Performances. Zum Eröffnungswochenende steht der Film mit dem Thema Zukunft im Mittelpunkt des Interesses. Dabei sollen sowohl kritische als auch positive Aspekte angeschnitten werden. Ebenso wie bei der Gestaltung des Geländes sind zum weiteren Programm jetzt aber die Aktiven des Vereins gefragt, zusätzliche Inhalte zu entwickeln und zu organisieren. Wie im vergangenen Jahr bei der „Sinnlichkeit“ sollen bei diesen acht Terminen im Jahr auch Musikveranstaltungen eine Rolle spielen. Dies sei bereits mit dem Magdeburger Ordnungsamt geklärt.

Einige der Fragen von diesem Abend können jedenfalls schon geklärt werden. Beispielsweise die zum Senkrechtbeet. Ein solches wird es vorerst nicht geben, da dessen Bau und Pflege besonders aufwendig sind. Gerade bei der Gestaltung des Außengeländes sollen bisherige und neue Partner zum Beispiel aus Schulen, der Verwaltung und dem Nachbarschaftsgarten mitwirken.

Kreative aus der Region sind gesucht

Robert Gruhne ist Sprecher des Vereins. Er sagt: „Mit diesen Räumen bieten sich völlig neue Möglichkeiten. Das ist vielleicht ein guter Anlass für andere, die künstlerisch-kreativ aktiv werden möchten, bei uns mit einzusteigen. Zu erreichen ist der Verein via Internet unter www.kulturanker.de und unter facebook.com/kulturanker. Sich einzubringen dürfte sich zumindest so lange lohnen, wie das Land die alte Juistizvollzugsanstalt nicht an einen neuen Eigentümer verkauft, der den Mietvertrag mit dem Kulturanker nicht fortsetzen möchte.

Während eines Rundgangs durch das Gebäude zeigt er einzelne Räume im Obergeschoss. „Diese werden während der öffentlichen Veranstaltungen geschlossen bleiben. Hier sollen nämlich tatsächlich auch wieder Werkstätten entstehen – vielleicht ja sogar genau zu den Gewerken, um die es in den vergangenen Jahrzehnten hier ging.“ Unter anderem hatte es hier einen Malerei- und einen Holzbaubereich gegeben.