Magdeburg l Ein Schubschiff wird im Frühjahr dem Magdeburger Hafen einen Besuch abstatten. Mindestens zwei Leichter sollen hier für mehrere Wochen festmachen. Bei einem Leichter handelt es sich um den Transportbehälter eines Schubverbands ohne eigenen Antrieb. Im Wissenschaftshafen werden die Schiffe aber kein Getreide und keine Kohle in die Speicher transportieren, sondern mit Hilfe von Kunst Ideen und Gedanken in die Köpfe der Menschen. Vom 10. Juni bis 9. Juli veranstaltet der Magdeburger Verein Kulturanker hier sein diesjähriges Kunstfestival. Der Titel lautet „Opus Aquanett“.

Es handelt sich um eine weitere Veranstaltung der Reihe Kabinett der Künste, die bereits andere Orte in der Landeshauptstadt belebt hat. Karsten Steinmetz, der den Vorsitz des Vereins inne hat, sagt: „Der Wortschöpfung ,Aquanett‘ liegt neben dem griechischen Wort Aqua für Wasser auch ein Teil vom Begriff ,Kabinett‘ zugrunde.“

Waterworld

Neben den Schiffen wird der Verein auch Teile des Ufers mit einer Art Veranstaltungsgelände belegen. Während in den Wasserfahrzeugen die Kunst ihren Platz hat, geht es am Land vor allem um ein breites Spektrum aus Literatur, Kunst, Musik, Performance und Theater. Karsten Steinmetz sagt: „Da wird wohl ein richtiges kleines Dorf à la Waterworld entstehen.“ Und das hat seinen guten Grund: Beim Festival soll das Wasser zentrales Thema sein. In seiner Bedeutung für das Leben, in seinem Wert und in seiner Kostbarkeit. Aber eben auch das Wasser als Gefahr, die gerade in Zeiten des Klimawandels an Intensität gewinnt.

Bilder

Einer derer, die das Wasser für die Menschen aus einem neuen Blickwinkel erlebbar machen möchten, ist Terry Walther. Der Liebe wegen hat es ihn nach Magdeburg verschlagen, beim Projekt im vergangenen Jahr hatte er schon einen Wasserfall gebaut. „Diese Idee werden wir dieses Jahr weiterentwickeln. Es geht darum, das Wasser als Medium zum Beispiel für besondere Lichteffekte und Projektionen zu nutzen.“ Ansonsten ist Terry Walther eine Art Bauleiter für den Bereich Metall auf dem Festival. „Vielleicht bauen wir ja auch einen Basketballplatz“, überlegt er.

Künstler erobern alten Knast

Magdeburg (ad) l Am Sonnabend ist das Kunstfestival Sinnlichkeit in der alten Justizvollzugsanstalt Magdeburg gestartet. 250 Künstler aus aller Welt präsentieren in den nächsten 100 Tagen ihre Werke. So waren die ersten 12 Stunden in Bildern:

  • Eröffnet wurde das Festival von Herbert Beesten. Er ließ sich in einen Käfig einschweißen. Foto: Dinger

    Eröffnet wurde das Festival von Herbert Beesten. Er ließ sich in einen Käfig einschweißen. Fot...

  • Besucher und Installation. Foto: Dinger

    Besucher und Installation. Foto: Dinger

  • Mehrere DJs bespielten die Tanzflächen. Foto: Dinger

    Mehrere DJs bespielten die Tanzflächen. Foto: Dinger

  • Bis in die frühen Morgenstunden wurde auf dem JVA-Innenhof getanzt. Viele wollten noch rein. Am Einlass war die Warteschlange zwischenzeitlich mehr als 30 Meter lang. Foto: Dinger

    Bis in die frühen Morgenstunden wurde auf dem JVA-Innenhof getanzt. Viele wollten noch rein. A...

  • Der Magdeburger Künstler Gunnar Kretschmer. Foto: Dinger

    Der Magdeburger Künstler Gunnar Kretschmer. Foto: Dinger

  • Ein Highlight der Ausstellung sind die großformatigen Werke von Jan Focke. Foto: Dinger

    Ein Highlight der Ausstellung sind die großformatigen Werke von Jan Focke. Foto: Dinger

  • Eine Performance von Richard Rabensaat. Foto: Dinger

    Eine Performance von Richard Rabensaat. Foto: Dinger

  • "Flügge" - Eine Installation der neuen Schule Magdeburg. Foto: Dinger

  • Abendlicht: Zahlreiche Lichtinstellationen sorgten für geheimnisvolle Stimmung. Foto: Dinger

    Abendlicht: Zahlreiche Lichtinstellationen sorgten für geheimnisvolle Stimmung. Foto: Dinger

  • Die Installation von Sarah Lena Dorn und Manuel Heischel besteht aus aromatisierter Knete. Foto: Dinger

    Die Installation von Sarah Lena Dorn und Manuel Heischel besteht aus aromatisierter Knete. Fot...

  • Mit der Dämmerung füllten sich auch langsam die Tanzflächen. Foto: Dinger

    Mit der Dämmerung füllten sich auch langsam die Tanzflächen. Foto: Dinger

  • Die ehemalige JVA ist eine eindrucksvolle Kulisse. Foto: Dinger

    Die ehemalige JVA ist eine eindrucksvolle Kulisse. Foto: Dinger

  • Eine Installation von Sascha Marouf. Foto: Dinger

    Eine Installation von Sascha Marouf. Foto: Dinger

  • Heute stehen die Türen offen. Viele Besucher trieb auch die Neugier in die ehemalige JVA Magdeburg. Foto: Dinger

    Heute stehen die Türen offen. Viele Besucher trieb auch die Neugier in die ehemalige JVA Magde...

  • Eine Audio-Malerei-Installation von Julia Wegat und Kaline Versmold. Foto: Dinger

    Eine Audio-Malerei-Installation von Julia Wegat und Kaline Versmold. Foto: Dinger

  • Haben gemeinsam ein Projekt verwirklicht: Der Hamburger Künstler Dieter Geschler und die Magdeburgerinnen Brigitte Otte (v. links), Sophie Guse, Gudrun Schuster und Frieda. Foto: Dinger

    Haben gemeinsam ein Projekt verwirklicht: Der Hamburger Künstler Dieter Geschler und die Magde...

  • Nicht nur in den Zellen, sondern auch in den Fluren hängen Werke. Hier ein Bild vom Magdeburger Künstler Stäps. Foto: Dinger

    Nicht nur in den Zellen, sondern auch in den Fluren hängen Werke. Hier ein Bild vom Magdeburge...

  • Veronika Missel -

    Veronika Missel - "Matratzen". Foto: Dinger

  • Karsten Steinmetz und Alexander Bieß vom Kulturanker sind die Köpfe hinter dem Festival. Foto: Dinger

    Karsten Steinmetz und Alexander Bieß vom Kulturanker sind die Köpfe hinter dem Festival. Foto:...

  • Geheimnisvoll: Viele Wände sind mit Werken des Künstlers D.Z. bemalt - ein ehamligen Häftling. Foto: Dinger

    Geheimnisvoll: Viele Wände sind mit Werken des Künstlers D.Z. bemalt - ein ehamligen Häftling....

  • Sara Schwienbacher mit der Performance

    Sara Schwienbacher mit der Performance "Völlerei". Foto: Dinger

  • Eine eigene Welt: Neben Kunst genossen viele das schöne Wetter und spielten im Knast-Innenhof Volleyball. Foto: Dinger

    Eine eigene Welt: Neben Kunst genossen viele das schöne Wetter und spielten im Knast-Innenhof ...

  • Stacheldraht und Diskolicht: Die ehemalige JVA ist ein außergewöhnlicher Ort für ein Kunstfestival. Foto: Dinger

    Stacheldraht und Diskolicht: Die ehemalige JVA ist ein außergewöhnlicher Ort für ein Kunstfest...

  • Auch im JVA-Innenhof ist überall Kunst. Foto: Dinger

    Auch im JVA-Innenhof ist überall Kunst. Foto: Dinger

  • Auf dem JVA-Innenhof gibt es mehrere Getränke- und Essensstände. Abends wurde der Platz zur Tanzfläche. Foto: Dinger

    Auf dem JVA-Innenhof gibt es mehrere Getränke- und Essensstände. Abends wurde der Platz zur Ta...

Erdbeeren oder Kräuter

Claudia Fricke, die gemeinsam mit anderen bereits vor zwei Jahren an einem Garten für das Festival „Die neue Sinnlichkeit in der zeitgenössischen Kunst“ mitgewirkt hat, beschäftigt sich derweil mit anderen Fragen: „Für Tomaten wird es wohl dieses Mal nicht reichen. Vielleicht Erdbeeren und Kräuter. Und auch viele Blumen sollten machbar sein.“ Dieses Mal werde man wohl mit übergroßen Blumentöpfen und nicht mit echten Beeten arbeiten, verrät Claudia Fricke schon einmal.

Karsten Steinmetz sagt, dass es bei dem diesjährigen Festival auch um die Kooperation mit anderen Initiativen und Verbänden geht. Dazu laufen Gespräche. „Und wir werden auch mit dem Kirchentag kooperieren, der zwei Wochen vorher an der Elbe Station macht“, skizziert der Vereinsvorsitzende schon einmal die weiteren Aktivitäten des Jahres im Wissenschaftshafen.

Weitere Informationen gibt es unter www. kulturanker.de im Internet.