Magdeburg l Thomas Plumbohm hat in Magdeburg studiert und jetzt sein eigenes Unternehmen hier gegründet. Es heißt Silk Roads und soll weltweit Hochschulen einander näher bringen. Stolz lächelt der 27-Jährige den Internetnutzer auf der neuen Homepage unter www.gruenderstadt-magdeburg.de  an. Wer dort auf „Erfolgsgeschichten“ klickt, weiß nun, was in Magdeburg so möglich ist. Als Unternehmensgründer.

Und vor allem, wer einem bei so einem Vorhaben helfen kann. 20 Partner sind unter dem Dach Gründerstadt vereint. Mit dem Ziel: Menschen, die ihr eigenes Unternehmen aufbauen wollen, an die passenden Stellen zu vermitteln. Und: ihnen Mut zu machen. Denn Fragen vor so einer Selbstständigkeit gibt es viele: Wie melde ich alles an? Was gibt es für mögliche Förderungen? Wo finde ich Mitarbeiter?

Kultur des Scheiterns

Nur zu wenige würde diese Hürden nehmen, sagt Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper. In punkto Neugründungen stehe Sachsen-Anhalt deutschlandweit auf dem letzten Platz. „Wir müssen Leute herholen und hier behalten“, so Trümper im Alten Rathaus. Rund 200 Gäste waren bei der Auftaktveranstaltung zur Gründerstadt dabei.

Darunter auch Ministerpräsident Reiner Haseloff. Was ihm in Sachen Unternehmensgründung fehlt: „Eine Kultur des Scheiterns.“ Es dürfe nicht mehr so negativ behaftet sein, dass wer eine Gründung wagt, auch scheitern kann. „Kein Schaden ohne Nutzen“, zitiert Haseloff seine Großmutter. Und ruft dazu auf, als Gründer selbst zu gestalten. Trümper zufolge würden Umfragen immer wieder zeigen, dass die jungen Absolventen in Deutschland sich eher für eine sichere und gut bezahlte Stelle im öffentlichen Dienst interessieren als für ein eigenes Unternehmen.

Geht es nach dem Wirtschaftsbeigeordneten Rainer Nitsche, soll sich das mit dem neuen Netzwerk ändern. „Wenn alle Beratungsstellen zusammen wirken, wird es effektiver“, sagt Nitsche. Effektiver soll es auch in punkto Werbung für Magdeburg werden. „Wir wollen damit nach außen besser wahrgenommen und von den zukünftigen Gründern im Internet gefunden werden“, erklärt Rainer Nitsche.

Vom Handwerkskammer-Geschäftsführer Burghard Grupe gab es zum neuen Projekt klare Worte: „Uns den Namen Gründerstadt zu geben, reicht nicht. Wir müssen das Ganze auch mit Leben füllen.“ Und genau das soll Nitsche zufolge passieren, indem gemeinsam Start-up-Nights mit jungen Unternehmern oder Start-up-Flirts für die Suche von Mitgründern stattfinden. Auch eine sogenannte Fuck-up-Night soll es geben, bei der Gründer von ihren Niederlagen berichten.