Magdeburg l Die vielen Freunde des „Talente“ wird es freuen. Denn die Ankündigung, dass die ehemalige Veranstaltungsstätte neben dem Amo-Kulturhaus in Magdeburg abgerissen werden soll, hatte für reichlich Kritik gesorgt. Nun sieht es aber so aus, als ob das Haus vorerst noch stehen bleiben wird – wenn auch weiter im beklagenswerten Zustand.

Bis Ende des Jahres müsste der Abriss beginnen, um bereits bewilligte Fördermittel nutzen zu können. Wie die Stadtverwaltung bestätigt, gibt es auch eine Abrissanzeige. „Das muss jedoch nicht zwingend bedeuten, dass dieser unmittelbar bevorsteht“, heißt es weiter. Aktuell sieht auch nichts danach aus.

Das Haus gehört seit vielen Jahren der Giebelmann Unternehmensgruppe. Von dort heißt es auf Volksstimme-Anfrage nur, dass man sich „auch vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Pandemie“ nicht öffentlich äußern werde. Das Immobilienunternehmen ist auch für die ehemalige Parteischule an der Klosterwuhne verantwortlich. Diese sollte ebenfalls mit Hilfe von Fördergeldern abgerissen werden. Hier hatte die Stadt bereits im Sommer angezeigt, dass der Eigentümer die Maßnahme für dieses Jahr abgesagt hat. Die Abbruchkosten seien um ein Vielfaches höher als ursprünglich angenommen. Deshalb soll nun ein neuer Fördermittelantrag gestellt werden und der Abriss frühestens 2022 über die Bühne gehen.

Wohnnutzung nicht zulässig

Was im Fall des „Talente“ auch eine Rolle für die Verzögerung spielen könnte: Die im Juli 2019 bekanntgewordenen Pläne für das Areal können offenbar nicht so wie angedacht umgesetzt werden. Damals war zu erfahren gewesen, dass eine Bauvoranfrage für einen Neubau mit 14 Wohnungen gestellt worden sei. Eine Bebauung ist grundsätzlich auch möglich. Nach aktueller Aktenlage ist eine Wohnnutzung auf dem Grundstück aber nicht zulässig, wie Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra der Volksstimme erklärt.