Magdeburg l Ziel in der Stadt ist es, Menschen zum Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad zu bewegen. Doch immer wieder weist der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) darauf hin, dass es an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder fehlt. Zwar gibt es in der City mehr als 1800 Möglichkeiten, das Fahrrad anzuschließen. Doch die reichen nicht aus. Beispiel Hauptbahnhof oder Hasselbachplatz, wo Straßenlaternen und Begrenzungen von Baumscheiben zum sicheren Anschließen der Fahrräder genutzt werden müssen.

Aufstellung mit 79 Positionen

Im Sommer hatte der ADFC Passanten im Breiten Weg aufgerufen, auf einem Stadtplan die Stellen zu markieren, an denen Abstellmöglichkeiten fehlen. Jürgen Canehl vom Magdeburger ADFC-Vorstand sagt: „Wir haben die Daten ausgewertet und eine Liste zusammengestellt.“ Diese wird jetzt der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. Jürgen Canehl: „Wir möchten ja, dass die Verwaltung der Zusage, Abstellanlagen zu schaffen, an den relevanten Stellen nachkommen kann.“ Insgesamt umfasst die Liste, die aber noch unvollständig ist, 79 Positionen.

Wichtig ist dem ADFC, dass dabei auch die richtigen Geräte angeschafft werden: Ein verzinkter Stahlrahmen mit einer Höhe von etwa einem Meter aus einem runden Rohr von knapp 50 Millimetern Durchmesser, der vorn und hinten im Boden verankert ist, reicht aus. Kostenpunkt pro Stück in der Anschaffung: ab 50 Euro für ein Exemplar ohne Querholm. Jürgen Canehl: „Diese einfachen Ausführungen reichen vollkommen aus. Kantige Bügel sind ungeeignet, da sie die Fahrräder zerkratzen.“ Und auch lackierte Exemplare hält der ADFC für ungeeignet – die werden von den Fahrradrahmen zerkratzt.

Alte Ständer auf den Schrott

Alte Fahrradständer, in die Felgen der Fahrräder geklemmt werden, gehören laut Jürgen Canehl „auf den Schrott“. An ihnen werden die Fahrräder beschädigt, stehen nicht sicher und können nur schwer sicher angeschlossen werden – nämlich so, dass der Rahmen per Schloss mit dem Bügel verbunden ist.

Ob die Stadtverwaltung aber allen Wünschen nachkommt, ist offen. So hat der Verband den Vorschlag aufgegriffen, beispielsweise am Krökentor, am Hasselbachplatz und in der Sternstraße einige Autostellplätze in Plätze für Fahrräder umzuwandeln. Eine solche Idee hatte der Stadtrat bereits einmal abgelehnt. Und auch der Wunsch nach Abstellboxen an touristisch relevanten Stellen dürfte sich als langwieriges Vorhaben erweisen: Angesichts hoher Kosten möchte die Stadt hier Fördermöglichkeiten nutzen.

Übrigens: Das Tiefbauamt hat an einigen Stellen bereits die Initiative ergriffen. Beispiele sind die Arenen im Osten der Stadt.