Magdeburg l Das Akkumulatorenhaus an der Hubbrücke in Magdeburg ist eingerüstet – die Bauarbeiten an dem alten Betriebsgebäude der Hubbrücke haben nun begonnen. Matthias Pohl, der eine Dachbaufirma führt, und Planer Carsten Jacob aus Magdeburg wollen in dem Haus bis zum Sommer nächsten Jahres eine Gästewohnung einrichten. 30 Quadratmeter Wohnfläche sollen zur Verfügung stehen. Nicht nur, dass das bestehende Gebäude damit saniert wird und wieder ansehnlich hergerichtet wird, es wird auch einen Glasanbau erhalten. Der Turm erhält ein neues Schieferdach, und die derzeit noch beschmierten Klinker werden gereinigt.

300.000  Euro werden in das Gebäude investiert. Der Initiator hatte gar Fördergeld ausgeschlagen, um nicht an damit verbundene Regularien gekoppelt zu sein. Langfristig werden die Planer überlegen, ob nahegelegen auch noch Gastronomie entwickelt wird.

Notstrom für die Antriebe

Mit dem Akkumulatorenhaus wurden einst die Hubantriebe der Hubbrücke im Notfall mit Strom versorgt. Die Hubbrücke wurde in den Jahren 1846/47 von der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft errichtet und diente der Bahnstrecke zwischen Potsdam und Magdeburg als Querung über die Elbe. Die Brücke ist eine eingleisige Eisenbahnbrücke, die anfangs noch eine Drehbrücke war, und hat eine Gesamtlänge von 220 Metern. Das Bauwerk gehört zu den größten und ältesten Hubbrücken in Deutschland.

Die Hubbrücke ist als Baudenkmal gerettet worden. Der zugehörige Backsteinbau, das Akkumulatorenhaus, hatte hingegen viele Jahre für Diskussionen gesorgt. Schließlich sind rund um das Häuschen die alten Bahnanlagen und Brachflächen verschwunden und wurden in ein modernes neues Wohngebiet verwandelt, das sich großer Beliebtheit erfreut. Nur das alte Akkumulatorenhaus blieb bestehen – als Ärgernis.

Lücke wird geschlossen

Einige Meter entfernt schließen Pohl und Jacob noch eine Baulücke. Für acht Millionen Euro bauen sie insgesamt vier mehrgeschossige Wohnhäuser. 35 Wohnungen und eine Tiefgarage sollen dort entstehen.

Erste Pläne für den Umbau des Akkumulatorenhauses hatte Pohl bereits 2010 auf den Weg gebracht. Schon damals wollte er ein Bistro und eine Herberge errichten. Die Stadtverwaltung gab sogar das Okay dafür, doch dann ruhten die Bauarbeiten. Bürger sorgten sich in der Zwischenzeit, dass das einzige Überbleibsel, das noch an die Vorgeschichte des Elbbahnhofes erinnert, zunehmend verfallen würde und am Ende abgerissen werden müsste. Doch nun werden die Pläne endlich in die Realität umgesetzt und damit ein Stück Stadtgeschichte nicht nur bewahrt, sondern auch erlebbar gemacht.